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Archiv BGH-Volltexte - Juli 2007

Urteil v. 11.07.2007
IV ZR 332/05

VVG § 6 Abs. 3 - Leistungsfreiheit des Versicherers wegen einer Verletzung der Aufklärungsobliegenheit kommt nicht in Betracht, wenn der Versicherungsnehmer bei der Schadensanzeige einen Umstand verschweigt, den der Versicherer bereits positiv kennt.

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, IV. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
VI ZR 192/06

SGB VI § 179 Abs. 1 a - Erstattet der Bund dem Träger einer Werkstatt für behinderte Menschen gemäß § 179 Abs. 1 SGB VI die Rentenversicherungsbeiträge für ein Verkehrsunfallopfer, welches infolge seiner unfallbedingten Verletzungen in der Werkstatt beschäftigt wird, so besteht ein Ersatzanspruch des Bundes gegen den Schädiger bzw. seinen Haftpflichtversicherer gemäß § 179 Abs. 1 a SGB VI nur dann, wenn der Geschädigte hinsichtlich seiner rentenversicherungsrechtlichen Stellung einen konkreten Schaden erlitten hat; dies ist der Fall, wenn die vom Bund erstatteten Rentenversicherungsbeiträge nötig waren, um dem Geschädigten die Stellung in der Rentenversicherung zu erhalten, die er im Zeitpunkt des Unfalls inne hatte, oder wenn der Geschädigte während des in Frage stehenden Zeitraums ohne den Unfall aus sonstigen Gründen rentenversicherungspflichtig geworden wäre und deshalb Beiträge hätte abführen müssen.

Kategorie: Insolvenz- und Sanierungsrecht, VI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
VI ZR 258/06

BGB § 249 Hb - Liegen die (voraussichtlichen) Kosten der Reparatur eines Kraftfahrzeugs mehr als 30 % über dem Wiederbeschaffungswert, so ist die Instandsetzung in aller Regel wirtschaftlich unvernünftig und der Geschädigte kann vom Schädiger nur die Wiederbeschaffungskosten verlangen (Bestätigung des Senatsurteils BGHZ 115, 375).

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, VI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
VIII ZB 73/06

GVG § 119 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b - Der aus dem Gebot der Rechtsmittelklarheit abgeleitete Grundsatz, dass der vor dem Amtsgericht unbestritten gebliebene inländische oder ausländische Wohnsitz einer Partei in der Berufungsinstanz ungeprüft zugrunde zu legen ist, gilt auch dann, wenn der Rechtsmittelführer in der Berufungsinstanz einen anderen (zusätzlichen) eigenen Wohnsitz angibt als im Verfahren vor dem Amtsgericht (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 28. Januar 2004 - VIII ZB 66/03, NJW-RR 2004, 1073).

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, VIII. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
VI ZR 217/06

BGB § 249 Hd - Benutzt der Geschädigte im Totalschadensfall (hier: Reparaturkosten bis zu 130 % des Wiederbeschaffungswerts) sein unfallbeschädigtes Fahrzeug nach einer (Teil-)Reparatur weiter, ist bei der Abrechnung nach den fiktiven Wiederbeschaffungskosten in der Regel der in einem Sachverständigengutachten für den regionalen Markt ermittelte Restwert in Abzug zu bringen (Ergänzung zum Senatsurteil vom 6. März 2007 - VI ZR 120/06 - zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, VI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
VIII ZB 27/07

GKG § 68 Abs. 1 Satz 5, § 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 - "Nächsthöheres Gericht" im Sinne von § 68 Abs. 1 Satz 5, § 66 Abs. 3 Satz 2 Halbs. 1 GKG ist nicht der Bundesgerichtshof.

Kategorie: Kapitalmarkt- und Bankrecht, VIII. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
XI ZR 243/05

HWiG § 1 Abs. 1 (Fassung 16. Januar 1986); BGB §§ 123, 276 (Fb) (Fassung 1. Januar 1964) - a) Zur Kausalität einer Haustürsituation bei Vertragsverhandlungen des Verbrauchers mit einem Angehörigen.

Kategorie: Kapitalmarkt- und Bankrecht, XI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.07.2007
VI ZR 199/06

BGB §§ 254 Ea, 823 Ac; StVG §§ 9, 17 - Ein Leasinggeber, der Eigentümer aber nicht Halter des Leasing-Kraftfahr-zeugs ist, muss sich im Rahmen der Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs nach § 823 BGB wegen Verletzung seines Eigentums am Leasingfahrzeug bei einem Verkehrsunfall weder ein Mitverschulden des Leasingnehmers oder des Fahrers des Leasingfahrzeugs noch dessen Betriebsgefahr anspruchsmindernd zurechnen lassen.

Kategorie: Insolvenz- und Sanierungsrecht, VI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 09.07.2007
II ZR 62/06

AktG §§ 27, 52, 62, 183; BGB §§ 812, 818; ZPO §§ 592 ff. - a) Eine verdeckte gemischte Sacheinlage (vgl. Sen.Urt. v. 20. November 2006 - II ZR 176/05, ZIP 2007, 178) liegt auch dann vor, wenn eine Aktiengesellschaft innerhalb der Zweijahresfrist des § 52 Abs. 1 AktG im Zusammenhang mit einer Barkapitalerhöhung ein Austauschgeschäft mit dem Zeichner der neuen Aktien schließt und das vereinbarte Entgelt den Betrag seiner Einlageverpflichtung (oder auch das Volumen der Kapitalerhöhung) um ein Vielfaches übersteigt.

Kategorie: Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, II. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 09.07.2007
II ZR 233/05

BGB §§ 1004, 985, 986 Abs. 1, 249 Cb - a) Der Eigentümer einer individualisierten - aufgrund einer dauerhaften Kennzeichnung als sein Eigentum ausgewiesenen - Mehrwegpfandflasche verliert das Eigentum an der Flasche weder durch den Verkauf des Getränkes an den Großhandel noch durch den weiteren Vertrieb des Getränkes bis zum Endverbraucher.

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, II. Zivilsenat, BGHfree

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