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Archiv BGH-Volltexte - Januar 2008

Urteil v. 15.01.2008
VI ZR 131/07

PflVG § 3 Nr. 8 - Wird im Verkehrsunfallprozess gegen den Haftpflichtversicherer und den Versicherungsnehmer die Berufungssumme nicht erreicht und lässt das Amtsgericht die Berufung gegen sein aus sachlichen Gründen klageabweisendes Urteil gegen den Haftpflichtversicherer nicht zu, hat die Rechtskraftwirkung des § 3 Nr. 8 PflVG zur Folge, dass im Rahmen einer nur im Verhältnis zum beklagten Versicherungsnehmer zugelassenen Berufung eine erneute Überprüfung der Haftungsfrage ausgeschlossen ist. Auf die Frage, ob der Klage gegen den beklagten Versicherungsnehmer ein Schlichtungsverfahren im Sinne der §§ 10, 11 GüSchlG NRW hätte vorausgehen müssen, kommt es unter diesen Umständen nicht an.

Kategorie: Insolvenz- und Sanierungsrecht, VI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 15.01.2008
VI ZR 53/07

ZPO § 256 - Ein Rechtsschutzbedürfnis für die Feststellungsklage besteht auch dann, wenn die Schädigung eines Rohrleitungssystems abgeschlossen ist und nur noch nicht geklärt werden kann, auf welche Weise und mit welchen Kosten sie behoben werden kann.

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, VI. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 14.01.2008
II ZR 85/07

BGB §§ 276 Ci, 280; ZPO §§ 130 Nr. 6, 520 - a) Ein vom Prozessbevollmächtigten eigenhändig unterschriebener Berufungsbegründungsschriftsatz ist auch dann formwirksam, wenn er entgegen der Anweisung des Prozessbevollmächtigten nicht auf "normalem" Weg gefaxt, sondern direkt als Computerfax mit eingescannter Unterschrift elektronisch an das Berufungsgericht übermittelt wird. Dies stellt eine lediglich äußerliche (technische, nicht aber inhaltliche) Veränderung des von dem Prozessbevollmächtigten durch seine eigenhändige Unterschrift autorisierten bestimmenden Schriftsatzes dar.

Kategorie: Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, II. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 14.01.2008
II ZR 245/06

BGB §§ 26, 518 Abs. 1 Satz 2, 780 - a) Ein selbständiges Schuldversprechen im Sinne von § 780 BGB setzt voraus, dass die mit ihm übernommene Verpflichtung von ihrem Rechtsgrund, das heißt von ihren wirtschaftlichen und rechtlichen Zusammenhängen gelöst und allein auf den im Versprechen zum Ausdruck gekommenen Leistungswillen des Schuldners gestellt werden soll.

Kategorie: Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, BGHfree

Urteil v. 11.01.2008
V ZR 85/07

AusglLeistG § 3 Abs. 10 - a) § 3 Abs. 10 AusglLeistG enthält ein relatives Veräußerungsverbot.

Kategorie: Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, V. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.01.2008
I ZR 67/05

GeschmMG a.F. § 1 Abs. 2, § 10c Abs. 2 Nr. 1; GeschmMG §§ 4, 38, 42, 46; - UWG § 4 Nr. 9 Buchst. a und b

Kategorie: Wettbewerbs- und Kartellrecht, I. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.01.2008
I ZR 196/05

UWG § 4 Nr. 5 - a) § 4 Nr. 5 UWG erfasst auch die Werbung für ein Gewinnspiel.

Kategorie: I. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.01.2008
I ZR 38/05

UWG §§ 3, 4 Nr. 10 - In der Anmeldung einer im Ausland bereits eingetragenen und für identische oder gleichartige Waren benutzten Marke kann eine wettbewerbswidrige Behinderung u.a. dann liegen, wenn der Anmelder die mit der Eintragung der Marke entstehende Sperrwirkung zweckfremd als Mittel des Wettbewerbskampfes einsetzen möchte. Dies ist der Fall, wenn der Anmelder weiß, dass ein identisches oder verwechselbares Zeichen im Ausland bereits für identische oder gleichartige Waren benutzt wird, und wenn sich ihm nach den Umständen zumindest die Kenntnis aufdrängen muss, dass der Inhaber der ausländischen Marke die Absicht hat, das Zeichen in absehbarer Zeit auch im Inland zu benutzen. Der Umstand, dass der Anmelder die inländische Marke für eigene Waren benutzen will, schließt dabei die Unlauterkeit nicht aus, wenn die unter der Marke zu vertreibenden Waren Nachahmung der Waren darstellen, die der Inhaber der ausländischen Marke unter dieser Marke vertreibt.

Kategorie: Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, I. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.01.2008
V ZB 31/07

ZwVwV §§ 18, 19 - a) Eine Vergütung nach der Zwangsverwalterverordnung steht dem Verwalter nur für solche (erforderlichen) Tätigkeiten zu, die er in Ausübung der ihm kraft seines Amtes zustehenden Befugnisse entfaltet hat; das ist bei Tätigkeiten, die der Verwalter nach Zustellung des die Zwangsverwaltung aufhebenden Beschlusses erbringt, nur ausnahmsweise der Fall.

Kategorie: AGB-, Vertrags- und Haftungsrecht, V. Zivilsenat, BGHfree

Urteil v. 10.01.2008
IX ZR 33/07

InsO § 133 Abs. 1 - a) Handelt der Schuldner im Zeitpunkt der Eingehung einer Verpflichtung mit Benachteiligungsvorsatz, so stellt dies regelmäßig ein wesentliches Beweisanzeichen dafür dar, dass der Vorsatz auch im Zeitpunkt der Erfüllung noch besteht.

Kategorie: Insolvenz- und Sanierungsrecht, IX. Zivilsenat, BGHfree

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