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08.02.13

Jaffé Insolvenzverwalter: Geänderte Herstellervorgaben bringen Onlinehändler unter Druck - Sportsprofi Schmid muss Insolvenzantrag stellen, führt Betrieb aber fort

- Verkauf geht weiter, Insolvenzgeldvorfinanzierung für 30 Mitarbeiter eingeleitet

- Amtsgericht Passau bestellt Dr. Michael Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter

Grafenau/München. Der „Sportsprofi“ aus Grafenau im Bayerischen Wald schrieb in den letzten Jahren eine Erfolgsgeschichte als aufstrebender Sport- und Freizeitartikel- Verkäufer und zählt heute mit rund 1,2 Millionen Kunden zu den größten Onlinehändlern in dieser Branche in Deutschland. Jetzt jedoch haben neue Herstellervorgaben das Onlinegeschäft unter Druck gebracht. „Verschiedene große Hersteller haben uns untersagt, über EBay oder Amazon zu verkaufen, damit ist uns in kurzer Zeit nahezu die Hälfte des Umsatzes weg gebrochen. Dadurch fehlt uns fest eingeplante Liquidität. Wir mussten jetzt darauf reagieren und haben Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, um mit Unterstützung eines erfahrenen Sanierungsexperten das Geschäft auf eine neue Basis zu stellen“, begründet Gründer und Geschäftsführer Andreas Schmid den Schritt.

„Wir machen diesen Schritt frühzeitig, um schnell wieder voll handlungsfähig zu sein. Wir haben keine Verbindlichkeiten bei Lieferanten und auch die Löhne rechtzeitig bezahlt. Das Entscheidende ist, dass wir so den Verkauf erst einmal fortführen können und Zeit gewinnen für die Restrukturierung. Auch in unserem Ladengeschäft am Stadtplatz in Grafenau geht der Verkauf zu den üblichen Öffnungszeiten ganz normal weiter“, betont Schmid.

Sportsprofi Schmid startete 2005 als Online-Händler von Restposten von Großhandelsketten. Als einer der ersten Sport- und Freizeitartikel-Händler erkannte Gründer und Geschäftsführer Andreas Schmid das Potenzial im Onlinehandel und baute das Geschäft in kurzer Zeit durch das Angebot von Artikeln für die Sparten Outdoor, Fußball, Running und Ski aus. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 15 Millionen Euro und bis zu 3.000 Paketsendungen täglich zählt die Sportsprofi Schmid GmbH heute zu den größten Sportartikel-Onlinehändlern in Deutschland. Andreas Schmid und sein Unternehmen wurden für das Geschäftsjahr 2010/2011 sogar zum Unternehmen des Jahres im Landkreis Freyung-Grafenau gewählt. Sportsprofi ist unter anderem Partner von 1860 München und Teamsport-Ausstatter von mehreren regionalen und überregionalen Fußball-Mannschaften.

Um auch Sportbegeisterte und Sportvereine in Niederbayern ganzheitlich ausstatten und betreuen zu können, wurde 2007 ein Sportsprofi-Ladengeschäft in Grafenau eröffnet. Aufgrund der großen Nachfrage konnte im November 2011 ein neues Ladengeschäft am Grafenauer Stadtplatz eröffnet werden. Dort finden Sportbegeisterte auf zwei Verkaufsetagen alles, was deren Herz höher schlagen lässt. „Nach ersten Gesprächen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter sind wir ganz zuversichtlich, dass die Restrukturierung unseres Online-Geschäfts gelingen und wir eine dauerhafte Fortführungslösung finden können“, so Andreas Schmid. „Es freut uns insbesondere auch, dass uns das Amtsgericht Passau mit Dr. Michael Jaffé einen so renommierten Fachmann zur Seite gestellt hat. Das ist ein gutes Zeichen auch für unsere Geschäftspartner.“

Der Münchner Fachanwalt für Insolvenzrecht und Sanierungsexperte Dr. Michael Jaffé wurde mit Wirkung vom 6. Februar zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt und ist bereits mit seinem Team vor Ort, um den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Weichen für die Fortführung zu stellen. Er informierte auch die rund 30 Mitarbeiter in Grafenau über den weiteren Verfahrensablauf. Die gute Nachricht für die Mitarbeiter dabei: Für sie ändert sich aktuell nichts an ihrem Arbeitsverhältnis und die Vorfinanzierung des ihnen zustehenden Insolvenzgeldes ist bereits auf dem Weg, so dass sie in den nächsten Tagen die ihnen zustehenden Zahlungen erhalten werden. „Nach meinen ersten Eindrücken ist Sportsprofi Schmid sanierungsfähig. Wir sind jetzt dabei, alle Abläufe zu analysieren, um eine neue tragfähige Struktur zu gestalten“, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

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Sebastian Brunner
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