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Verfahrens- und Vollstreckungsrecht

02.03.2011
BGH, Beschluss vom 20. Januar 2011 - I ZB 67/09

Leitsätze des Gerichts:

1. Eine klare, geordnete und übersichtliche Form der Darstellung sämtlicher relevanten Geschäftsvorfälle in einem Buchauszug im Sinne von § 87c Abs. 2 HGB kann dadurch erreicht werden, dass einer Aufstellung Abdrucke von Auftrags- und Rechnungsunterlagen beigefügt werden, die ohne Schwierigkeiten zugeordnet werden können.

2. Hat der Unternehmer in einem Buchauszug auf einen Aktenordner Bezug genommen, wird sein Inhalt Teil des Buchauszugs und unterliegt ebenfalls den Anforderungen, die hinsichtlich Klarheit, Ordnung und Übersichtlichkeit an einen Buchauszug zu stellen sind.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, I. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

15.02.2011
BGH, Urteil vom 20. Januar 2011 - IX ZR 58/10

Leitsatz des Gerichts:

Die auf Anweisung des zahlungsunfähigen Zwischenmieters erfolgte Direktzahlung des Endmieters an den Vermieter gewährt diesem eine inkongruente Deckung, welche die Gläubiger des Zwischenmieters objektiv benachteiligt.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, IX. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

15.02.2011
BGH, Urteil vom 13. Januar 2011 - IX ZR 13/07

Leitsatz des Gerichts:

Der Anfechtungsgegner kann den Bereitstellungsanspruch durch Zahlung eines Geldbetrags abwehren, der die Gläubigerbenachteiligung beseitigt. Hierfür ist in der Regel das zu erwartende Ergebnis der Zwangsversteigerung in dem Zeitpunkt maßgebend, in welchem die Einlösungsbefugnis ausgeübt wird. Die Darlegungs- und Beweislast für das zu erwartende Zwangsversteigerungsergebnis trifft in diesem Zusammenhang im Allgemeinen den Anfechtungsgegner.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, IX. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

15.02.2011
BGH, Urteil vom 13. Januar 2011 - IX ZR 110/10

Leitsatz des Gerichts:

Die vorgerichtliche Tätigkeit des Rechtsanwalts vor Erhebung einer Vollstreckungsabwehrklage löst die allgemeine Gebühr für das Betreiben des Geschäfts aus.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, IX. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

15.02.2011
BGH, Beschluss vom 20. Januar 2011 - IX ZB 214/09

Leitsatz des Gerichts:

Fehlt es an einer wirksamen Urteilszustellung, beginnt auch für eine im Ausland wohnhafte, nicht anwaltlich vertretene Partei die Frist für die Einlegung der Berufung grundsätzlich fünf Monate nach Verkündung des Urteils zu laufen.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, IX. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

11.02.2011
BGH, Urteil vom 21. Dezember 2010 - XI ZR 52/08

Leitsätze des Gerichts:

1. Zur ergänzenden Vertragsauslegung bei Unwirksamkeit einer Zinsänderungsklausel zu laufenden Zinsen in einem Sparvertrag (im Anschluss an BGH, Urteil vom 13. April 2010 - XI ZR 197/09).

2. Soweit statistische Daten eines geeigneten Referenzzinses nicht während der gesamten Laufzeit eines Sparvertrags zur Verfügung stehen, kann dem im zeitlichen Anschluss durch Heranziehung der Zinsentwicklung eines neuen Referenzzinses Rechnung getragen werden. Diese Referenzzinssätze müssen unabhängig von Unterschieden in ihrer Erhebung und Berechnung jeweils für sich die Zinsentwicklung des konkreten Sparvertrags möglichst weitgehend abbilden.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, XI. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

07.02.2011
BGH, Urteil vom 19. Januar 2011 - IV ZR 7/10

Leitsatz des Gerichts:

Der Pflichtteilsverzicht eines behinderten Sozialleistungsbeziehers ist grundsätzlich nicht sittenwidrig.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, IV. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

01.02.2011
BGH, Beschluss vom 7. Januar 2011 - 4 StR 409/10

Leitsatz des Gerichts:

Den Gerichtsvollzieher trifft kraft seiner gesetzlichen Stellung als Vollstreckungsorgan im Rahmen des ihm erteilten Vollstreckungsauftrags eine Vermögensbetreuungspflicht gegenüber dem Vollstreckungsgläubiger.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, WirtschaftsrechtAktuell

25.01.2011
BGH, Beschluss vom 20. Dezember 2010 - VII ZB 72/09

Leitsätze des Gerichts:

1. Das Gericht darf einen Termin zur mündlichen Verhandlung über den Einspruch gegen ein Versäumnisurteil erst nach dem Eingang des Einspruchs bestimmen. Vor diesem Zeitpunkt ist die Bestimmung eines Termins auch dann unzulässig, wenn sie in einer verkündeten Entscheidung "für den Fall des Einspruchs" erfolgt.

2. Die ordnungsgemäße Terminsbestimmung ist Voraussetzung für die Säumnis der im Termin nicht erschienenen Partei. Fehlt es daran, darf gegen sie kein (zweites) Versäumnisurteil ergehen.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, VII. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

16.11.2010
BGH, Urteil vom 5. Oktober 2010 - VI ZR 257/08

Leitsatz des Gerichts:

Allein die Verwendung der "Ich-Form" in einem Einspruchsschriftsatz eines Rechtsanwalts lässt grundsätzlich keine Zweifel daran aufkommen, dass der Rechtsanwalt in seiner Eigenschaft als Prozessbevollmächtigter seiner Partei für diese den Einspruch einlegen will.

Kategorie: BGH, Verfahrens- und Vollstreckungsrecht, VI. Zivilsenat, WirtschaftsrechtAktuell

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