85. Geburtstag der ehemaligen Richterin des Bundesverfassungsgerichts Dr. h. c. Renate Jaeger
Die ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts Dr. h. c. Renate Jaeger begeht am 30. Dezember 2025 ihren 85. Geburtstag.
Dr. h. c. Renate Jaeger wurde in Darmstadt geboren. Nach dem Zweiten juristischen Staatsexamen begann sie im Jahr 1968 ihre richterliche Tätigkeit am Sozialgericht Düsseldorf. Ab dem Jahr 1974 war sie am Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen als Richterin tätig. In den Jahren 1976 bis 1979 folgte eine Abordnung an das Bundesverfassungsgericht als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Im Jahr 1986 wurde Dr. h. c. Renate Jaeger zur Vorsitzenden Richterin am Landessozialgericht ernannt und ein Jahr danach zur Richterin am Bundessozialgericht gewählt, wo sie bereits in den Jahren 1970 und 1971 als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig gewesen war. Im Jahr 1988 erfolgte die Wahl zum Mitglied des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen. Dr. h. c. Renate Jaeger war zudem in den Jahren 1992 bis 1994 Mitglied der Enquête-Kommission „Reform der Landesverfassung“ in Rheinland-Pfalz. Daneben übernahm sie in den Jahren 1991 bis 1994 einen Lehrauftrag an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (jetzt: Universität Münster).
Dr. h. c. Renate Jaeger gehörte vom 24. März 1994 bis zum 31. Oktober 2004 dem Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts an. Ihr Dezernat umfasste unter anderem das Recht der selbstständigen Berufe, das Ausbildungs- und Prüfungsrecht sowie wirtschaftliche Fragen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Berichterstatterin hat sie zahlreiche bedeutende Senatsverfahren vorbereitet. Dazu zählen die Entscheidungen in Sachen „Bayerisches Schwangerenhilfeergänzungsgesetz“ (BVerfGE 98, 265), „Versäumnisurteil“ (BVerfGE 101, 312), „Frischzellen“ (BVerfGE 102, 26), „Singularzulassung zum OLG“ (BVerfGE 103, 1), „Apothekenöffnungszeiten“ (BVerfGE 104, 357) und „Arzneimittelfestbeträge“ (BVerfGE 106, 275). Ferner wirkte sie in den Jahren 2000 bis 2004 als Liaison Officer des Bundesverfassungsgerichts zur Venice Commission des Europarats.
Dr. h. c. Renate Jaeger wurde am 28. April 2004 von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zur Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewählt. Dieses Amt trat sie am 1. November 2004 an und übte es – zuletzt als Vizepräsidentin der Fünften Sektion – bis Ende des Jahrs 2010 aus. Anschließend war sie in den Jahren 2011 bis 2015 als Schlichterin in der unabhängigen Schlichtungsstelle der Rechtsanwaltschaft bei der Bundesrechtsanwaltskammer tätig.
Dr. h. c. Renate Jaeger wurde im Oktober 2004 für ihre Verdienste um das deutsche und europäische Rechtswesen die Ehrendoktorwürde der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (jetzt: Universität Münster) verliehen. Ebenfalls im Oktober 2004 wurde sie vom Bundespräsidenten mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

