Allen & Overy: Deutsche Unternehmen befürworten Rücksichtnahme auf lokale Corporate Governance-Strukturen durch ausländische Investoren

23.11.2011

Frankfurt am Main, 21. November 2011. Deutsche Führungskräfte befürworten mit überwältigender Mehrheit, dass sich ausländische Investoren den lokalen Regeln zur Unternehmensführung im Sinne der Corporate Governance anpassen und auf dieser Grundlage Investitionsentscheidungen treffen sollen. Dies ergab eine aktuelle, heute von Allen & Overy veröffentlichte Umfrage.

Diese Quote war mit 77% die höchste unter den mehr als 1.000 befragten Führungskräften aus 19 Ländern. Nur 17% waren der Meinung, dass lokale Unternehmen Änderungen in der Führungs- und Aufsichtsstruktur, bei der Zusammensetzung des Vorstandes und bei Haftung nach internationalen Vorstellungen mittragen sollten. Mit 6% waren auch diejenigen deutschen Führungskräfte in der Minderheit, die ausländische Investitionsentscheidungen ausschließlich nach Profitabilitätsgesichtspunkten und unabhängig von Vorstands- und Aufsichtstrukturen befürworten – die niedrigste Quote weltweit.

In gleichem Maße beurteilt die Mehrheit der deutschen Führungskräfte ausländische Regelungen zur Korruptionsbekämpfung mit grenzüberschreitenden Auswirkungen tendenziell negativer als ihre ausländischen Kollegen. Die Tatsache, dass Regeln wie die des US-amerikanischen Foreign Corrupt Practices Act auch Märke jenseits der USA betreffen, beurteilen 75% der deutschen Befragten als Wettbewerbsnachteil in zumindest einem ihrer Absatzmärkte. Global lag diese Einschätzung nur bei 55% der Befragten vor.

Wenig überraschend war daher die Unterstützung von 55% der deutschen Unternehmen für eine weitere weltweite Vereinheitlichung der Regelwerke. Diese Tendenz deckt sich mit den Ergebnissen einer Allen & Overy-Umfrage vom April dieses Jahres, wonach 65% der kontinentaleuropäischen Führungskräfte für eine Einführung EU-weiter Regeln zur Corporate Governance waren, während sich 64% der britischen Führungskräfte dagegen aussprachen.

In einer Stellungnahme zur vorliegenden Studie sagte Dr. Hans-Christoph Ihrig, Partner Gesellschaftsrecht bei Allen & Overy Deutschland: "Die Umfrage belegt die einhellige Sicht deutscher Unternehmen, dass Corporate Governance ganz wesentlich durch den Rechtsrahmen und die Kultur in den einzelnen Ländern geprägt wird. Eine Vereinheitlichung ist insofern wünschenswert, als dass etwaige Wettbewerbsnachteile deutscher Unternehmen beseitigt werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob sich hinsichtlich der Harmonisierung der Regelwerke zum Beispiel die neuen Vorschläge der Kommission im Rahmen des Grünbuchs zur Unternehmensführung positiv auf die Corporate Governance auswirken werden oder ob sich lediglich die bürokratische Belastung in einem ohnehin bereits stark reglementierten Bereich erhöht."

Zwei weitere interessante Ergebnisse der Studie "Risk and Regulation: Harnessing or constraining business potential?" sind aus der Sicht deutscher Unternehmen in Bezug auf Rechtssicherheit und Schutz von gewerblichen Rechten zu nennen:

1. 75% der befragten deutschen Führungskräfte nannten mindestens ein Land, das sie aufgrund möglicher Schwierigkeiten bei der Vertragsdurchsetzung nicht als Absatzmarkt ins Auge fassen würden. Weltweit stimmten dieser Aussage nur 41% zu. Zu diesen Ländern zählen aus deutscher Sicht Russland (12%), Iran (12%), China (10%) und Südafrika (8%).

2. Die Umfrage ergab weiterhin, dass nur 33% der deutschen Führungskräfte zuversichtlich sind, gewerbliche Schutzrechte in China schützen zu können, während sich 50% der Befragten EU-weit und 57% der Befragten weltweit deutlich optimistischer zeigen.

Allen & Overy hat die Umfrage unter 1.054 Führungskräften von großen internationalen Konzernen aus 19 Ländern durchgeführt. "Risk and Regulation: Harnessing or constraining business potential?" ist der dritte Teil der 50 Degrees East-Serie, die insbesondere Asiens Wachstum und seine wachsende Bedeutung für zukünftige Geschäftsentscheidungen untersucht.

Die volle Studie finden Sie unter www.allenovery.com/50degreeseast.

Wenn Sie ein Druckexemplar des vollständigen Berichts wünschen, wenden Sie sich bitte an Ignaz Füsgen per E-Mail (ignaz.fuesgen@allenovery.com) oder telefonisch unter +49 (0)211 2806 7455.

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Allen & Overy ist eine internationale Anwaltsgesellschaft mit etwa 4.750 Mitarbeitern, darunter etwa 480 Partner, an 39 Standorten weltweit.

Allen & Overy ist in Deutschland an den Standorten Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Mannheim und München mit etwa 190 Anwälten, darunter 43 Partner, vertreten. Die Anwälte beraten führende nationale und internationale Unternehmen vorwiegend in den Bereichen Bank-, Finanz- und Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht und M&A, Steuerrecht sowie in anderen Bereichen des Wirtschaftsrechts.

Diese Pressemitteilung wird von Allen & Overy LLP herausgegeben. In dieser Pressemitteilung bezieht sich „Allen & Overy“ auf „Allen & Overy LLP bzw. ihre verbundenen Unternehmen“. Die genannten Partner sind entweder Gesellschafter, Berater oder Mitarbeiter der Allen & Overy LLP und/oder ihrer verbundenen Unternehmen.

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