Amtsgericht Dresden eröffnet Insolvenzverfahren über Automobilzulieferer Minda KTSN Plastic Solutions

04.08.2020

- Geschäftsbetrieb läuft trotz Corona-Pandemie nach wie vor uneingeschränkt weiter -

Alle entscheidenden Kunden haben Unterstützung bekundet -

- Investorenprozess ist angelaufen -

Dresden / Pirna, 03.08.2020. Das Amtsgericht Dresden hat am 31. Juli 2020 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Minda KTSN Plastic Solutions GmbH & Co. KG eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde der erfahrene Sanierungsexperte Dr. iur. hc Rainer M. Bähr von der Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm bestellt. Das in Pirna gelegene Unternehmen beschäftigt vor Ort knapp 300 Mitarbeiter und regelmäßig über 60 Leiharbeitnehmer und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von € 56 Mio. Nach Ablauf des Insolvenzgeldzeitraums werden die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter vom Unternehmen selbst bezahlt.

Stabilisierung und Fortführung

Die Gesellschaft hatte Anfang Juni einen Insolvenzantrag gestellt, da der Umsatz im April 2020 drastisch eingebrochen war. Seitdem haben Insolvenzverwalter Rainer M. Bähr und sein Team trotz aller Widrigkeiten in Corona-Zeiten den Geschäftsbetrieb stabilisiert und uneingeschränkt fortgeführt. Die erforderlichen operativen Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen wurden konsequent angegangen und bestmöglich umgesetzt. Dies schafft auch die Grundlage für die bereits erfolgte Einleitung eines strukturierten Investorenprozesses.

Interesse an Auslandsbeteiligungen

Inzwischen haben sich zahlreiche Investoren gemeldet, mit denen Insolvenzverwalter Rainer M. Bähr verhandelt. Diese sind überwiegend auch am Erwerb der ausländischen Beteiligungen interessiert. Trotz des weltweiten schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes in der Branche ist Insolvenzverwalter Bähr zuversichtlich, noch im Laufe der kommenden Monate einen Investor zu finden. „Die hohe Motivation und Qualifikation der Mitarbeiter, die Produktqualität und die Standorte geben Anlass zur Hoffnung“, so Bähr.

Auftraggeber halten Treue

Aber wesentlich sei, so Rainer M. Bähr, die Bereitschaft der wichtigsten Auftraggeber, dem Unternehmen die Treue zu halten. „Die Aufrechterhaltung der Produktion ist nur mit Fortführungsvereinbarungen der Auftraggeber des Automobilzulieferers möglich“, sagt Rainer M. Bähr. Hierzu stehen er und sein Team mit den wesentlichen Kunden im engen Austausch. Liefertreue und Verlässlichkeit für die Auftraggeber seien hier unverzichtbar.

Instrumente des Insolvenzrechts

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens kann Insolvenzverwalter Bähr die Instrumente der Insolvenzordnung (InsO) nutzen und sich z. B. von langfristigen Dauerschuldverpflichtungen wie etwa Leasing- oder Mietverträgen mit einer verkürzten Kündigungsfrist von drei Monaten trennen. Hierzu führen der Insolvenzverwalter und sein Team intensive Gespräche mit den Geschäftspartnern. Auch weitergehende Sanierungsmaßnahmen samt Stellenabbau werden derzeit geprüft. Nicht zuletzt der Umsatzrückgang in der Corona-Krise wird Kosteneinsparungen unumgänglich machen.

Zum hww Team bei der KTSN Plastic Solutions gehört neben Rainer M. Bähr auch Rechtsanwalt Michael Putze (beide Restrukturierung/Insolvenz, Dresden).

Über Minda KTSN Plastic Solutions GmbH & Co. KG

Die Minda KTSN sind aus dem VEB Presswerk Ottendorf-Okrilla hervorgegangen, mit bis zu 2.700 Beschäftigten größter plastverarbeitender Betrieb der DDR. Das seit 2007 vom indischen Minda - Konzern geführte Unternehmen mit Tochtergesellschaften in Polen, der Tschechischen Republik und in Mexiko, stellt kinematische (bewegliche) und nicht-kinematische Kunststoffkomponenten für die Automobilindustrie her. Das Unternehmen wurde im Jahr 2007 von der Minda Corporation Ltd., Indien, erworben. Die KTSN und ihre Tochtergesellschaften beschäftigten weltweit über 700 Mitarbeiter und erwirtschafteten einen Umsatz in Höhe von über € 70 Mio. Zu den Kunden zählen nahezu alle namhaften Automobilhersteller Deutschlands.

Über Kanzlei hww hermann wienberg wilhelm hww hermann wienberg wilhelm ist ein auf Rechtsberatung, Restrukturierung, Insolvenz- und Zwangsverwaltung spezialisierter Dienstleister. hww ist in mehr als 20 Städten in Deutschland vertreten und verfügt über ein eigenes internationales Netzwerk. hww hermann wienberg wilhelm ist in ihrer langjährigen Tätigkeit bundesweit bereits in tausenden Insolvenzverfahren von zahlreichen Insolvenzgerichten bestellt worden. Zu namhaften Verfahren der Kanzlei gehören z.B. die Insolvenzen von Thomas Cook, Germania Fluggesellschaft, Philipp Holzmann, Karmann, Sunfilm, Solarwatt, Q-Cells SE, topbonus und SOLON SE.

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