arborholz in Gmund am Tegernsee: Sanierung in Eigenverwaltung gestartet

04.12.2020

Gmund am Tegernsee, 3. Dezember 2020 . Die arborholz GmbH mit Sitz in Gmund am Tegernsee und Produktionsstandorten in Miesbach und Rammingen im Unterallgäu stellt sich mit Hilfe eines Eigenverwaltungsverfahrens neu auf. Das Amtsgericht Wolfratshausen hat dem Antrag der Geschäftsführung des langjährig national und international erfolgreichen Betriebs der modernen und hochwertigen Holzverarbeitung entsprochen und die Eigenverwaltung angeordnet. Produktion und Geschäftsbetrieb von arborholz gehen ohne Unterbrechung weiter.

„Die Aufträge unserer Kunden werden in gewohnt bester Qualität und Zuverlässigkeit ausgeführt“, erläutert Geschäftsführer Alexander Schröder. Betriebsrat und Belegschaft wurden über die aktuelle Situation informiert. Die Löhne und Gehälter der rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis Ende Januar 2021 gesichert. Kunden und Lieferanten arbeiten mit.

arborholz stellt im modularen Holzbau nachhaltige Wohn- und Gewerberäume, wie Hotels, MicroLiving und Boardinghäuser, her. Aufgrund einer deutlich spürbaren Zurückhaltung der Kunden infolge der COVID-19-Pandemie haben sich die Umsätze der arborholz in den vergangenen Monaten deutlich negativer entwickelt als nach der ersten „Infektionswelle“ der Corona Pandemie im Frühjahr 2020 angenommen. Dabei hat insbesondere die zweite „Infektionswelle“ und der „Lockdown-Light“ die Lage zunehmend verschärft.

arborholz soll für eine Hotelkette die Errichtung eines Hotelneubaus mit einem Auftragswert im zweistelligen Millionenbereich durchführen. Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie verschiebt sich der für 2021 geplante Fertigstellungstermin des Hotelneubaus. Darüber hinaus verzögert sich die Umsetzung von zwei weiteren Bauvorhaben im Modulbau in Franken, von denen ein Projekt ursprünglich bis Ende 2020 beauftragt werden sollte.

Über die genannten Probleme im Bereich Modulbau hinaus hat arborholz auch damit zu kämpfen, dass sich der Geschäftsbereich Innenausbau auf Grund der COVID-19-Pandemie erheblich schlechter entwickelt als angenommen.

Um den Corona bedingten Umsatzrückgang zu überbrücken, setzt arborholz die nun notwendigen Sanierungsmaßnahmen in Eigenverwaltung um. Dazu gehört u.a. die Stärkung der Kernkompetenzen im Bereich der hochwertigen Bodenproduktion.

„Im Rahmen der Eigenverwaltung wird arborholz die Restrukturierung fortsetzen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Gläubigern und dem gerichtlich bestellten Sachwalter“, erläutert der auf Unternehmenssanierung spezialisiere Rechtsanwalt Clemens Jobe. Der erfahrene Restrukturierungsexperte und Namenspartner der Kanzlei JOBE | RECHTSANWÄLTE begleitet mit seinem Team um Martin Schoebe die Geschäftsführung der arborholz GmbH in der Sanierung.

„Wir möchten unseren Betrieb verbessert aufstellen, damit wir unsere Kunden auch zukünftig mit den von ihnen gewünschten Leistungen auf hohem qualitativen Niveau versorgen können“, begründet Geschäftsführer Alexander Schröder darüber hinaus die Eigenverwaltung.

Die Eigenverwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb neu aufzustellen. Anders als im Regelinsolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, welche die Sanierung selbst steuert und den Geschäftsbetrieb fortführt. Als vorläufiger Sachwalter wurde der erfahrene Sanierer Rechtsanwalt Thomas Klöckner von LECON Insolvenzverwaltung bestellt. Rechtsanwalt Klöckner verfügt als Sachwalter über umfangreiche Sanierungserfahrung im Rahmen von Eigenverwaltungsverfahren.

„Die Zulassung der Eigenverwaltung ist eine erfreuliche Nachricht für alle Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter des Unternehmens, gibt das Insolvenzgericht damit doch ein positives Signal für die Zukunft des Unternehmens. Unser Ziel ist die nachhaltige Sanierung der arborholz GmbH“, bekräftigt Rechtsanwalt Clemens Jobe.

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