BDO Restructuring: Strategisches Investorenteam übernimmt Bamberger Textilunternehmen Kaliko

20.12.2018

(Bamberg, den 18.12.2018) „Wir haben mit der Kufner Holding GmbH einen starken strategischen Investor gefunden, der die Bamberger Kaliko Textile Finishing GmbH übernimmt“, verkündet die Kaliko-Geschäftsführerin Alexandra Semrau die guten Neuigkeiten. „Kufner ist ein innovativer, globaler Hersteller von technischen Textilien und Weltmarktführer im Einlagensegment. Die Erfahrung und die Internationalität von Kufner schafft somit ein erhebliches Potential, die Kaliko wieder auf Erfolgskurs zu bringen“, so Semrau weiter. Geplant ist ein gemeinsames Engagement von Kufner mit den Restrukturierungsexperten der österreichischen VMS-Gruppe. Die beiden Unternehmen haben bereits in einem ähnlichen Projekt erfolgreich zusammen agiert. Ulrich Sogl, CEO der Kufner-Gruppe zur Übernahme von Kaliko: „Wir sind froh, dass mit allen Beteiligten gemeinsam eine Übernahmelösung gelungen ist, die wir vertraglich am 14. Dezember 2018 unterzeichnen konnten. Der Standort in Bamberg soll dabei mit seinen vier Produktsegmenten nicht nur erhalten werden, wir planen darüber hinaus umfangreiche Investitionen und weitere operative Maßnahmen. Ziel ist es, wieder eine führende Marktposition in den bestehenden Geschäftsbereichen einzunehmen. Gelingt uns allen zusammen diese positive Weiterentwicklung des Unternehmens, ist auch ein Ausbau von Arbeitsplätzen denkbar.“

Neue Perspektive für Traditionsunternehmen

Mit seinen rund 130 Mitarbeitern zählt das fränkische Unternehmen Kaliko zu den wichtigsten Herstellern in der Ausrüstung, Beschichtung und Färbung von Bucheinbandstoffen, Rollostoffen, technischen Geweben sowie Schleifmittelunterlagen auf textiler Basis. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft stehen hinter der Übernahme, wie Marcel Adelhardt von IG Metall Bamberg bestätigt: „Kufner und VMS möchten die Arbeitsplätze in Bamberg sichern und den Mitarbeitern eine neue Perspektive geben. Der Tarifvertrag der Textil- und Bekleidungsindustrie gilt dabei weiterhin. Alle Beteiligten haben in den vergangenen Wochen sehr intensiv an dieser Lösung gearbeitet und sind stolz auf das Ergebnis. Auch wenn es aufgrund der verschiedenen Interessenlagen manchmal unterschiedliche Meinungen gab, war die Zusammenarbeit immer konstruktiv und im Sinne der Sache, ergo der Fortführung des Unternehmens und dem Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze. Wir sind froh, die Belegschaft der Bamberger Kaliko mit diesen Neuigkeiten ins Weihnachtsfest schicken zu können.“ Als Sachwalter begleitet Dr. Jan Markus Plathner von der Kanzlei Brinkmann & Partner das Insolvenzverfahren. Er unterstützt den Prozess im Sinne der Gläubiger und hat hauptsächlich eine überwachende Funktion. Herr Dr. Jan Markus Plathner erläutert hierzu: „Das gewählte Verfahren ermöglicht es der Kaliko, im Rahmen der Eigenverwaltung einen tragfähigen Plan, mit dem Ziel der Restrukturierung des bekannten deutschen Textilveredlers, zu erarbeiten.“

Die IMAP M&A Consultants AG („IMAP“) wurde zudem von dem Gläubigerausschuss mit der Durchführung eines kompetitiven Investorenprozesses beauftragt. Mit der Vertragsunterschrift wird nun die Übernahme vorbereitet, dafür sind noch einige weitere Schritte notwendig. Roman-Knut Seger, Geschäftsführer der BDO Restructuring GmbH und Sanierungsberater des Unternehmens, erläutert die Vorgehensweise: „Der Unternehmenserwerb erfolgt im Rahmen eines Insolvenzplans, die Umsetzung wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen. Wir gehen davon aus, dass im Laufe des Monats Februar die Übergabe an die neuen Eigentümer final ist. Trotz der komplexen Ausgangslage hat IMAP den zeitkritischen M&A-Prozess professionell und strukturiert durchgeführt.“ „Wir freuen uns sehr, einen strategisch wichtigen Partner für die Bamberger Kaliko gefunden zu haben, der nicht nur alle drei Betriebsteile übernimmt, sondern das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln möchte“, kommentiert Henning Graw, Partner von IMAP, die Transaktion.

Einbindung in die Kufner-Gruppe bringt viele Vorteile

Bis dahin tatenlos abwarten wollen Kufner und VMS aber nicht, wie Roman-Knut Seger weiß. „Es gibt bereits umfangreiche Pläne und viele Ideen für die weitere Sanierung der Kaliko. Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter stehen weiter zum Unternehmen. Auch wenn wir gemeinsam seit der Insolvenzanmeldung im Juni dieses Jahres den Geschäftsbetrieb stabilisieren konnten und die Restrukturierung erste Erfolge zeigt, bleibt noch viel zu tun. Die neuen Eigentümer setzen hier an und werden sich in dem Traditionsbetrieb engagieren, damit Kaliko möglichst schnell wieder wettbewerbsfähig wird.“ Durch die Einbindung in die Kufner-Gruppe, zu der unter anderem fünf Werke auf zwei Kontinenten sowie weltweit 20 Vertriebsgesellschaften gehören, sollen zum Beispiel die Einkaufskonditionen verbessert sowie die Finanzierungsstruktur optimiert werden.

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