Hack Hoefer: Schmuckhersteller Stahl strebt Sanierung im Insolvenzverfahren an

21.09.2009

Hack Hoefer

- Geschäftsführung muss nach Umsatzeinbruch infolge der Weltwirtschaftskrise Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit stellen

- Betrieb soll mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters Tobias Hoefer fortgeführt werden, Sanierungsplan liegt vor

Birkenfeld bei Pforzheim, 18. September 2009. Das Traditionsunternehmen Friedrich Stahl GmbH & Co. KG, einer der führenden europäischen Schmuck-Hersteller und –Designer strebt eine Sanierung im Insolvenzverfahren an. „Wir haben heute beim Amtsgericht Pforzheim Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt, weil wir den Umsatzeinbruch infolge der Weltwirtschaftskrise nicht mehr kompensieren konnten. Das deutsche Insolvenzrecht gibt uns die Möglichkeit, im vorläufigen Insolvenzverfahren mit Unterstützung eines vom Gericht bestellten Verwalters den Betrieb fortzuführen und einen Sanierungsplan beschleunigt umzusetzen. Diese Möglichkeit wollen wir mit Zustimmung unserer Gläubiger nutzen“, so Geschäftsführer Peter Rost.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmte das Gericht den Fachanwalt und Sanierungsexperten Tobias Hoefer von der Mannheimer Kanzlei Hack Hoefer. Hoefer ist erfahren in Insolvenzverfahren mit internationalen Verflechtungen und hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Betriebe aus der Schmuckindustrie im Insolvenzverfahren saniert. Er führt bereits vor Ort erste Gespräche, um zunächst den reibungslosen Fortgang der Geschäfte zu sichern.

Die Friedrich Stahl KG wurde 1946 gegründet und ist heute mit 169 hochqualifizierten Mitarbeitern und 19 Auszubildenden einer der führenden Schmuck-Hersteller und – Designer in Europa. In der eigenen Design-Abteilung werden jedes Jahr nahezu 1.000 neue Modelle für die international anerkannte "Stahl Design Collection" sowie für Lizenzkollektionen geschaffen und am Standort Birkenfeld/Pforzheim hergestellt.

Löhne der Mitarbeiter über Insolvenzgeld gesichert – Unternehmen entlastet Noch Anfang 2008 verzeichnete der seit über 60 Jahren im In- und Ausland für seine kreativen Entwürfe renommierte Schmuckhersteller den höchsten Auftragseingang der Firmengeschichte. Im Vertrauen darauf investierte das Unternehmen, das seine Kollektionen nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika, dem Mittleren Osten und in Fernost vermarktet, nochmals in die Produktion und Mitarbeiter. Umso heftiger wurde Stahl dann von den Auswirkungen der in den Monaten August/September 2008 virulenten Weltwirtschaftskrise getroffen.

Die Eigentümer des Familienunternehmens haben in der Folge mit erheblichem Kapitalaufwand den Betrieb weiter am Markt gehalten. „Es wurde alles getan, um den Umsatzrückgang aufzufangen und das Unternehmen neu auszurichten. Die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen haben auch erste Erfolge gebracht. Letztlich konnten wir jedoch die Fixkosten nicht mehr schnell genug anpassen, um den Liquiditätsabfluss zu stoppen. Im vorläufigen Insolvenzverfahren ist unser Unternehmen jetzt von Lohn- und Gehaltzahlungen für den Zeitraum von drei Monaten entlastet. Das gibt uns Spielraum für den erfolgreichen Abschluss der Sanierung“, so Peter Rost.

Die derzeit 188 Beschäftigten in Birkenfeld bei Pforzheim haben im Insolvenzverfahren für die Dauer von drei Monaten Anspruch auf Insolvenzgeld. In Abstimmung mit der Agentur für Arbeit will der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Hoefer die Vorfinanzierung des den Mitarbeitern zustehenden Insolvenzgeldes auf den Weg bringen, damit die Auszahlung der Löhne und Gehälter in diesem Zeitraum zeitnah erfolgen kann. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird außerdem prüfen, welche Gründe für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegen und welche Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens bestehen. Die Mitarbeiter werden durch den vorläufigen Insolvenzverwalter am Montag, 21. September, um 11.00 Uhr über die weitere Vorgehensweise informiert.

„Die Treue unserer Kunden und Mitarbeiter zum Unternehmen sind die entscheidenden Faktoren für den Erfolg der Sanierung im Insolvenzverfahren. Deshalb werden wir sie über die aktuelle Lage informieren und sie bitten, weiter zum Unternehmen zu stehen und uns durch diese schwierige Phase zu helfen“, so Geschäftsführer Peter Rost.

Neue Kollektionen sollen planmäßig vermarktet werden

Aktuell laufen bereits Verhandlungen mit Banken zur Sicherstellung der für die Fortführung notwendigen Liquidität. „Unser Hauptziel ist den Betrieb zu stabilisieren und insbesondere sicher zu stellen, dass der Vertrieb der Kollektionen weiter gewährleistet ist“, so Peter Rost.

Die neuen Kollektionen sind in Arbeit und sollen planmäßig auf den Markt kommen. Sie werden in der Zeit vom 23.-27. September 2009 auch auf der Watch & Jewellery Fair in Hong Kong präsentiert.

Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer ist auf Insolvenzverwaltungen in Konzernstrukturen mit internationalen Verflechtungen spezialisiert.

Die Kanzlei Hack Hoefer beschäftigt bundesweit an acht Standorten über 90 Mitarbeiter und Rechtsanwälte. Zu den bekanntesten Insolvenzverwaltungen bzw. Sanierungserfolgen von Hack Hoefer zählen die international tätigen Konzerne AKsys (Automobilzulieferer) sowie ATS (Felgenhersteller), der Dachziegelhersteller Trost Dachkeramik, Unternehmen der Meffert- sowie der ehemaligen Odenwälder CORONET-Gruppe und verschiedene Betriebe der Schmuckindustrie (darunter auch Hasenfratz in Pforzheim).

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