HOEFER I SCHMIDT-THIEME: Neue Aufträge und Zuversicht bei Automobilzulieferer Robert Sihn

02.12.2011

- Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich, positive Entwicklung im vorläufigen Insolvenzverfahren

- Sanierung kommt planmäßig voran, Produktion läuft auf vollen Touren

- Investorensuche mit guter Resonanz, Insolvenzverwalter Tobias Hoefer verhandelt mit mehreren Interessenten über Einstieg

Pforzheim/Niefern-Öschelbronn, 01. Dezember 2011. Neue Aufträge und starkes Investoreninteresse sorgen für Zuversicht beim Automobilzulieferer Robert Sihn (RSN). „Ein Auftragseingang von fast 3 Mio. Euro in zwei Monaten ist bei einem Unternehmen im Insolvenzverfahren eine außergewöhnlich positive Entwicklung. Auf Basis dieser großen Kundentreue kommen wir mit der Sanierung wie im Investorenprozess planmäßig voran und können die Produktion weiter auf vollen Touren laufen lassen“, bilanzierte Insolvenzverwalter Tobias Hoefer jetzt in seinem Insolvenzgutachten. Gestützt auf seine Fortführungsperspektive eröffnete das Amtsgericht Pforzheim zum 1. Dezember 2011 das Insolvenzverfahren. Damit ist insolvenzrechtlich der Weg frei für einen zügigen Abschluss der Investorengespräche.

Die Lage bei dem international führenden Hersteller von fluidischen sowie mechanischen Verbindungen für die Automobil- und Motorenindustrie hat sich seit Beginn des vorläufigen Insolvenzverfahrens Ende September spürbar entspannt. Nachdem in Gesprächen mit Lieferanten und Kunden erreicht worden war, dass Produktion und Vertrieb uneingeschränkt weiter laufen konnten, setzte das Unternehmen monatlich rund 4 bis 4,5 Mio. Euro um. Damit wird RSN trotz Insolvenz und sich abkühlender Konjunktur voraussichtlich in 2011 ein Umsatzwachstum von über 15 Prozent auf rund 49 Mio. Euro erzielen.

RSN im Insolvenzverfahren auf Wachstumskurs – neue Mitarbeiter eingestellt

Ein entscheidender Faktor für diese positive Entwicklung sind die von der Insolvenzverwaltung zusammen mit dem Management und dem Betriebsrat umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen. Durch Neuregelungen bei der Arbeitszeit, eine gezielte Personalentwicklung, die Einführung einer zusätzlichen Schicht und bezahlte Mehrarbeit konnte die Produktivität kräftig gesteigert werden. Rückstände wurden aufgearbeitet, die Leistungsfähigkeit des Betriebs gesteigert.

„Das versetzt uns in die Lage, den Betrieb nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens weiterführen zu können, ohne Abstriche bei der Beschäftigtenzahl machen zu müssen. Wir haben im Gegenteil sogar über 20 neue Mitarbeiter und Auszubildende eingestellt, “ konnte Hoefer befriedigt feststellen. RSN beschäftigt gegenwärtig an den beiden Standorten Niefern-Öschelbrunn und Mühlacker 524 Mitarbeiter. Sie haben in den vergangenen drei Monaten durch die vom Insolvenzverwalter mit Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bewirkte Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes ihre Löhne pünktlich bekommen. „Das wird auch weiterhin der Fall sein“, betonte Hoefer. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens muss RSN die Löhne wieder selbst erwirtschaften.

Auf Grundlage der positiven Entwicklung gestaltete sich auch die Investorensuche erfreulich. „Wir stießen von Anfang an auf große Resonanz und konnten bereits mit konkreten Kaufpreiserwartungen in die erste Verhandlungsrunde gehen. Gegenwärtig verhandeln wir intensiv mit einigen Interessenten parallel. Wir wollen nach Möglichkeit noch in diesem Jahr einen Vertrag abschließen, auch wenn wir nicht unter Zeitdruck stehen“, so Hoefer zum aktuellen Stand.

Drei Viertel aller deutschen Autos fahren mit Produkten von Robert Sihn

Das Unternehmen Robert Sihn GmbH & Co. KG wurde im Jahre 1939 von Robert Sihn sen. gegründet und hat sich seitdem international als führender Zulieferer von fluidischen bzw. mechanischen Verbindungen für sensible Bereiche des Automobilbaus - wie etwa Servolenkungen, Kraftstoff- und Ölkreislauf sowie aktiven Fahrwerksystemen – einen Namen gemacht. Kunden aus aller Welt schätzen RSN als zuverlässigen Partner insbesondere für die Lieferung von gleichbleibend hoher Produktqualität bei Armaturen wie Stutzen, Hohlschrauben, fluidischen Elemente, Winkelgelenken oder anderen komplexen Komponenten.

Für viele Automobilhersteller und -Zulieferer ist RSN mit seinen Produkten sogenannter „Single- Source“-Lieferant, bei für die Motorfunktion wichtigen Komponenten wie Ringstück- Hohlschrauben und ähnlichem sogar Weltmarktführer. Heute fahren drei von vier Fahrzeugen deutscher Automobilhersteller mit Produkten von RSN. Im vergangenen Jahr setzte die Robert Sihn Gruppe rund 42 Mio. Euro als Zulieferer für Automobil-, Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller in aller Welt um. Hauptabsatzmärkte sind neben Deutschland die EU, Südamerika und die USA. 2008/2009 überstand die inhabergeführte Robert Sihn Gruppe trotz eines 50-prozentigen Umsatzeinbruchs die durch die Lehman-Pleite ausgelöste weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise.

Allerdings wurde dadurch die Eigenkapitalbasis der Firma stark belastet, so dass sie bei der Finanzierung zunehmend auf Fremdkapital angewiesen war. Auslöser für den Insolvenzantrag Ende September 2011 waren letztlich gescheiterte Gespräche über eine wachstumsbedingt kurzfristig notwendig gewordene Brückenfinanzierung.

Weitere Informationen:

Der Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer ist auf komplexe Insolvenzsachverhalte und Sanierungen im Zuge von Insolvenzverfahren spezialisiert. Die von ihm mit begründete Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme ist mit neun Standorten bundesweit tätig. Zu den bekanntesten Insolvenzverwaltungen und Sanierungen von Tobias Hoefer zählen die international tätigen Konzerne AKsys (Automobilzulieferer) sowie ATS (Felgenhersteller), Unternehmen der Meffert- und der ehemaligen CORONET-Gruppe, der Instrumentenhersteller Schreiber & Keilwerth sowie der Internationale Club e.V. Baden-Baden (Galopprennsport).

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