Jaffe Insolvenzverwalter: Gläubiger der KirchMedia-Tochter erhalten 120 Prozent

13.08.2009

Jaffe Insolvenzverwalter

− Freie Masse reicht aus um alle anerkannten Insolvenzforderungen plus Zinsen zu befriedigen

− Gläubigerversammlung der TaurusMediaTechnik (TMT) stimmt vorgelegtem Insolvenzplan einstimmig zu

München, 12. August 2009. Die über 550 Gläubiger der seit Juli 2002 insolventen TaurusMedia-

Technik GmbH, einer Tochtergesellschaft der Kirch Media GmbH & Co. KG a. A. i.I., können sich

über eine mehr als vollständige Befriedigung ihrer anerkannten Insolvenzforderungen freuen. Nach

dem heute von Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé der Gläubigerversammlung vorgelegten und einstimmig

gebilligten Insolvenzplan erhalten sie nicht nur eine Quote von 100 Prozent auf die zur Gläubigertabelle

angemeldeten und festgestellten Forderungen, sondern überdies eine zusätzliche Quote in

Höhe von 20 Prozent als pauschale Abgeltung etwaiger über die angemeldeten Forderungen hinausgehender

Ansprüche (wie etwa Zinsen und Nachrangforderungen).

„Das Insolvenzverfahren der TaurusMediaTechnik und die damit einhergehende mehr als siebenjährige

Betriebsfortführung kann damit als ungewöhnlich erfolgreich beurteilt werden“, fasste Jaffé das

Ergebnis in seinem Bericht an die Gläubigerversammlung zusammen. Den anerkannten Insolvenzforderungen

in Höhe von 9,7 Mio. Euro steht eine deutliche höhere freie Masse gegenüber. Die Auszahlung

an die Gläubiger erfolgt, sobald der Bestätigungsbeschluss rechtskräftig ist. Bei der Gläubigerversammlung

in München waren 395 Gläubiger vertreten, die dem vorgelegten Insolvenzplan einstimmig

zustimmten.

Masse durch Fortführung gemehrt – Forderungen um über 30 Mio. Euro reduziert

Der Insolvenzverwalter konnte dabei zum einen über die langjährige operative Fortführung der TMT,

die Verwertung von Beteiligungen, die Restrukturierung und den Verkauf der operativen Bereiche die

Masse steigern. Zum anderen gelang es, in intensiven Verhandlungen durch gerichtliche und außergerichtliche

Einigungen mit Gläubigern die Forderungen von ursprünglich 41,9 Mio. Euro um über 30

Mio. Euro zu reduzieren.

Dies ist umso bemerkenswerter, als ursprünglich aufgrund der engen Verflechtung und Abhängigkeit

der TMT von der Kirch-Gruppe, einer lange Zeit nicht vorhandenen Liquidität sowie hoher Belastungen

aus Miet- und Leasingverträgen ein Zusammenbruch mit sofortiger Liquidation – und eine entsprechend

niedrige Quote für die Gläubiger wahrscheinlich erschien. Die TMT wurde im Rahmen des

Insolvenzverfahrens mehrfach unternehmerisch komplett neu ausgerichtet.

Erfolgreiche Fortführung

Die 1997 gegründete TaurusMediaTechnik war in der im April 2002 zusammengebrochenen Kirch-

Gruppe die zentrale Plattform für sämtliche filmtechnischen Dienstleistungen. Dies umfasste sowohl

die Lagerung, die Feinbearbeitung und Synchronisation von Filmen als auch die Bereitstellung von

sendefähigem Material für private wie für öffentlich-rechtliche Sender. Im Rahmen dieser Tätigkeit

hatte die TMT eines der weltweit größten Lager für Filmmaterialien (weit über eine Million Lagerstücke,

mehr als 16.600 Spielfilmtitel verschiedenster Genres, über 85.000 Stunden TV-Serien, Kinderprogramme,

Dokumentationen, Opern, Konzerte und Shows) aufgebaut. Sie war damit Dienstleister

für TV-Stationen in über 130 Ländern. Daneben wurden bei der TMT alle sonstigen Aufgaben und

Dienstleistungen bis hin zum Facility Management und Kantinenbetrieb innerhalb der KirchGruppe

angesiedelt, die sich keinem Unternehmen der Gruppe klar zuordnen ließen. Aus diesen vielfältigen

Geschäftstätigkeiten und der Abhängigkeit von den anderen Gesellschaften der damaligen KirchGruppe,

die ursprünglich für 90 Prozent der Erlöse der TMT sorgten, ergaben sich besondere Herausforderungen

für die Fortführung der Gesellschaft in der Insolvenz.

Der Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Reorganisation und Restrukturierung der TMT war im Zeitpunkt

der Stellung des Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Juli 2002 denkbar schlecht.

Mit der Insolvenz vieler Gesellschaften der KirchGruppe brachen die Erlöse der TMT von einem Tag

auf den anderen weg, andererseits musste ein breites Dienstleistungsspektrum aufrecht erhalten werden.

In einer großen gemeinsamen Anstrengung der Insolvenzverwaltung und der TMT-Mitarbeiter

konnten diese Herausforderungen gelöst und die Betriebstätigkeit der TMT als zentraler filmtechnischer

Dienstleister trotz erheblicher Schwierigkeiten fortgeführt werden.

Fortführung dauert an

Als im Zuge des Insolvenzverfahrens klar war, dass die TMT nicht mehr als Teil eines Medienkonzerns

würde erhalten bleiben können, musste eine Fokussierung auf produktive Betriebsteile erfolgen,

die auch selbständig am Markt bestehen konnten. So wurden die Geschäftsbereiche Audio/Video sowie

Materialwirtschaft, Lager/Logistik restrukturiert und schließlich mit großem Erfolg für die Masse

verwertet.

Die Betriebsfortführung der TMT geht auch nach Abschluss des Insolvenzplans weiter. „Es bestehen

noch vertragliche Verpflichtungen gegenüber Dritten die wir erfüllen müssen. Auch die filmtechnische

Abwicklung von Lizenzverträgen wird noch andauern, so dass TaurusMediaTechnik nach Verfahrensaufhebung

weiter bestehen wird“, so Jaffé.

Insolvenzverwalter

Dr. jur. Michael Jaffé

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Steuerrecht

Fachanwalt für Insolvenzrecht

Insolvenzverwalter TaurusMediaTechnik GmbH

Franz-Joseph-Str. 8

D-80801 München

 

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