Leonhardt Westhelle & Partner: Kleines Team wickelt insolventen Finanzvermittler ab / Von 800 ehemaligen Mitarbeitern werden rund 620 gekündigt / Rettung der MEG AG scheitert an Versicherungen

26.11.2009

Leonhardt Westhelle & Partner

KASSEL, 25. NOVEMBER 2009. Die insolvente MEG AG in Kassel wird abgewickelt. Die Rettung des zweitgrößten Spezialvermittlers für private Krankenversicherungen in Deutschland scheiterte an der Entscheidung der Versicherungen, für neu abgeschlossene Verträge nicht mehr zu zahlen. Von den rund 800 Mitarbeitern erhalten rund 620 Mitarbeiter in den nächsten Tagen deshalb die Kündigung zum Ende des Jahres.

„In zahlreichen Verhandlungen haben wir die Versicherungen zu überzeugen versucht, für neu abgeschlossene Verträge zu zahlen. Die Versicherungen wollten dagegen diese neuen Verträge gegen ihre alten Forderungen verrechnen und forderten mehrere Millionen von der MEG. Sie verwiesen darauf, in der Vergangenheit Vorschüsse auf das künftige Geschäft gezahlt zu haben. Auch sind zuletzt über 70 Prozent der von MEG vermittelten Verträge später wieder storniert worden. Letztlich ist die Rettung der MEG aus diesen Gründen gescheitert. Das war eine politische Entscheidung der Versicherungen, die ich sehr bedauere. Aber die zuletzt abgelieferte Arbeit der MEG hat das Vertrauen der Versicherungen nachhaltig beschädigt,“ so der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Fritz Westhelle von der Kasseler Kanzlei Leonhardt Westhelle & Partner. „Wir haben deshalb ein kleines Team mit 26 Mitarbeitern gebildet, das zusammen mit Mitarbeitern unserer Kanzlei die MEG bis voraussichtlich Ende März vor Ort abwickeln wird. Von ehemals rund 800 Mitarbeitern haben etwa 180 Aufhebungsverträge unterschrieben, um zu anderen Versicherungen zu wechseln. Aber da kein Geld mehr für die Fortführung des insolventen Unternehmens vorhanden ist, müssen wir morgen leider rund 620 Mitarbeitern kündigen. Diese Mitarbeiter sind ab sofort freigestellt. In einer Betriebsversammlung haben wir diese traurige Entscheidung den Mitarbeitern bereits bekanntgegeben.“

Die obersten drei Etagen des Hauptsitzes von MEG in Kassel, die bereits geschlossen wurden, kann der Eigentürmer wieder vermieten. Für die erste Etage wurde ein befristeter Mietvertrag für Mitarbeiter, die zu anderen Vertriebsorganisationen gewechselt sind, geschlossen. Das kleine Abwicklungsteam bezieht ein Nebengebäude.

Rund 500 Mitarbeiter hatten zwar zum 30. September Aufhebungsverträge unterschrieben, um selbständige Handelsvertreter zu werden. Da die meisten dieser Aufhebungsverträge aber unwirksam sind, haben die betreffenden Mitarbeiter einen Anspruch auf Insolvenzgeld und sind weiter bei der MEG angestellt.

Am 28. Oktober hatte die MEG AG wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet. Die Arbeit des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Fritz Westhelle war anfangs durch den Vorstand der AG erschwert, mit dem er als sogenannter schwacher vorläufiger Verwalter zusammenarbeiten musste. Da der Vorstand der MEG und jener des Versicherers Aragon teilweise personenidentisch war, entstanden Interessenkonflikte. Das Amtsgericht Kassel hat Dr. Westhelle deshalb zum starken vorläufigen Verwalter ernannt, der allein und ohne Einverständnis des Vorstands entscheiden kann.

Der Gründer und ehemalige Vorstand der MEG, Mehmet E. Göker, hatte sich von der eigenen Aktiengesellschaft Darlehen in Millionenhöhe auszahlen lassen. „Im Rahmen des Insolvenzverfahrens werde ich diese Darlehensforderungen gegenüber Herrn Göker mit allen Mitteln sichern. Diese Beträge sind Teil der Insolvenzmasse. Auch habe ich alle Mitarbeiter aufgefodert, ihre Firmenfahrzeuge inklusive mehrerer Ferraris und Porsches abzugeben“ so Dr. Fritz Westhelle.

Nähere Informationen:

Dr. Fritz Westhelle, Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter, Leonhardt Westhelle & Partner, Wilhelmshöher Allee 270, 34131 Kassel, Tel. 0561-3166-311, Fax -312, kassel@lwup.eu www.lwup.eu

Dr. Jochen Mignat, Dr. Mignat PR, Am Hexenpfad 11, 63450 Hanau, Tel. 06181-50791-22, Fax 06181-50791-11, j.mignat@mignat.de

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