Lieser Rechtsanwälte: Durchbruch beim Nürburgring erzielt - Sanierer und Betreibergesellschaft einigen sich über Rückgabe

28.11.2012

- Alle Arbeitsplätze der NAG-Mitarbeiter gesichert

- Neue Nürburgring Betriebsgesellschaft GmbH führt operatives Ringgeschäft nahtlos weiter

- Gläubigerausschuss stimmt Einigung zu

- Weichen für zukünftigen Investorenprozess sind gestellt -

Nürburg, 27.11.2012. Den Sanierern der Nürburgring GmbH (NG) ist es gelungen, mit der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG) eine Einigung über die Rückgabe der Rennstrecke und der Immobilien am Nürburgring rückwirkend zum 31.10.2012 zu erzielen. Der Vergleich wurde heute notariell beurkundet und ist damit wirksam. Zuvor hatte der Gläubigerausschuss der Einigung zugestimmt. Damit haben der Sanierungsgeschäftsführer der NG, Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt, und Sachwalter Jens Lieser bereits vier Monate nach dem Insolvenzantrag einen wichtigen Schritt für die Zukunftssicherung des Nürburgrings erreicht.

„Der gordische Knoten ist durchschlagen. Wir freuen uns, dass es trotz erheblicher Meinungsunterschiede gelungen ist, einen für beide Parteien ausgewogenen Vergleich im Interesse des Nürburgrings, der Mitarbeiter, der Veranstalter, des Motorsports und der Region zu erzielen“, bestätigt Sanierungsgeschäftsführer Schmidt. „Unser Ziel haben wir erreicht. Mit Abschluss des Räumungsvergleichs sind Eigentum und Besitz am Nürburgring wieder in einer Hand. Damit sind die Weichen für den anstehenden Investorenprozess gestellt“, ergänzt Sachwalter Lieser. Der Vergleich gewährleistet, dass der Geschäftsbetrieb am Ring nahtlos fortgeführt wird und alle Arbeitsplätze und Veranstaltungen gesichert sind.

Das operative Ringgeschäft wird rückwirkend zum 31.10.2012 von der neu gegründeten Tochtergesellschaft der NG, der Nürburgring Betriebsgesellschaft GmbH (NBG), fortgeführt. Einen entsprechenden Betriebspachtvertrag hat die NG mit der NBG geschlossen. Die NAG scheidet damit aus der operativen Geschäftsführung des Ringgeschäfts aus. Die NBG ist für die Vermarktung der Rennstrecke, die Verwaltung der Gebäude und Einrichtungen zuständig und übernimmt alle bereits bestehenden Verträge mit Veranstaltern. „Die Einigung mit der NAG beseitigt die Unsicherheit am Nürburgring und ist ein deutliches Signal für die Veranstalter. Sie haben nun Rechts- und Planungssicherheit für ihre Veranstaltungen“, bekräftigt Schmidt. Das für Ringbesucher bestehende bargeldlose ring°card System liegt mit der Einigung ebenfalls vollständig in der Hand der NG.

Für alle NAG-Mitarbeiter besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Betriebsübergangs ihr Arbeitsverhältnis mit der NBG unter gleichen Konditionen fortzusetzen. Darüber informieren die Sanierer Schmidt und Lieser die Belegschaft heute noch. „Es ist uns wichtig, den Mitarbeitern der NAG den Wechsel in eine nicht insolvente Gesellschaft anzubieten“, sagt Lieser. „Mit dem Übernahmeangebot möchten wir das Vertrauen der Mitarbeiter in die Zukunft des Rings in einer schwierigen Phase stärken. Wir setzen auf ihre Loyalität und Unterstützung“, ergänzt Sanierungsgeschäftsführer Schmidt.

Die Rückgabe des Nürburgrings ist eine wichtige Etappe für den im Frühjahr 2013 anstehenden Investorenprozess. „Wir haben mit dem Vergleich die Grundlagen für eine rechtssichere und zukunftsorientierte Verwertung des Nürburgrings an einen oder mehrere Investoren geschaffen“, unterstreichen Lieser und Schmidt. Die Sanierer stehen im engen Dialog mit der EU-Kommission, um das voraussichtlich im März 2013 anstehende Bieterverfahren auf den Weg zu bringen. „Das Bieterverfahren wird transparent, diskriminierungsfrei, europaweit und EU-konform stattfinden. Das steht jetzt schon fest“, sagt Lieser. Die beiden Sanierer besprechen nun in enger Abstimmung mit der EU-Kommission weitere Details der Ausschreibung. Schon jetzt gäbe es erste Interessenten. Die Einigung mit der NAG regelt eindeutig die Zuständigkeiten und räumt der NAG die Möglichkeit ein, weiter mit Bernie Ecclestone über eine Austragung der Formel 1 am Nürburgring in 2013 zu verhandeln. „Jetzt gilt es, in den Gesprächen der NAG mit Bernie Ecclestone einen Vertragsabschluss zu erzielen. Wenn das der NAG nicht gelingt, werden wir umgehend mit Herrn Ecclestone sprechen“, sagt Schmidt.

Mit der Einigung werden die Räumungsklage und die Zahlungsklage wegen ausstehender Pacht sowie alle strittigen Positionen aus dem Pachtverhältnis beigelegt. Damit konnten jahrelange und kostenintensive Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.

Die Lindner Hotels AG wird die beiden Nürburgring-Hotels und den Ferienpark im Rahmen eines Management-Vertrages in einer Interimsphase, d.h. längstens bis ein oder mehrere neue Investoren gefunden sind, fortführen.

Über die Nürburgring GmbH

Die NG befindet sich seit dem 24.07.2012 in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Bad Neuenahr-Ahrweiler hat das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung eröffnet und Rechtsanwalt Jens Lieser als Sachwalter bestätigt. Bei der Sanierung in Eigenverwaltung verbleibt die unternehmerische Verantwortung bei der Geschäftsleitung. Die Gesellschafter der NG, das Land Rheinland-Pfalz und der Kreis Ahrweiler, hatten Rechtsanwalt Schmidt zum alleinvertretungsberechtigten Sanierungsgeschäftsführer berufen. Die NG war seit dem 01.05.2010 eine Besitzgesellschaft und Verpächterin der weltweit bekannten Formel 1-Rennstrecke und weiterer Infrastruktureinrichtungen, zu denen u.a. Hotels, Gastronomiebetriebe und ein Freizeitpark gehören.

Über Prof. Dr. jur. Dr. phil. Thomas B. Schmidt

Rechtsanwalt Thomas B. Schmidt ist Fachanwalt für Arbeits- und Insolvenzrecht und Partner der Kanzlei König Rechtsanwälte, eine der führenden Wirtschaftskanzleien in Rheinland-Pfalz mit Sitz in Trier. Seit 1997 ist Prof. Schmidt als Insolvenzverwalter tätig und gilt als bekannter Experte für Insolvenzplanverfahren und Sanierungen. Darüber hinaus ist er auf personelle Restrukturierungen spezialisiert. Er ist Honorarprofessor der Fachhochschule Trier und lehrt dort seit 2002 in den Fächern Wirtschafts- und Insolvenzrecht (weitere Informationen unter www.thomasbschmidt.de).

Über Jens Lieser

Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Jens Lieser ist Partner der überregional bekannten Kanzlei LIESER Rechtsbeistand Rechtsanwälte Fachanwälte. Lieser, zugleich Fachanwalt für Insolvenzrecht, hat sich seit 1994 durch die Sanierung und Fortführung zahlreicher Unternehmen sowie beim Erhalt von Arbeitsplätzen einen Namen gemacht. Die Verwalterkanzlei Lieser gehört seit beinahe 50 Jahren zu den führenden Insolvenzspezialisten in Rheinland-Pfalz und ist neben dem Hauptsitz in Koblenz u. a. an den Standorten Trier und Mainz vertreten. In über 3.000 Insolvenzverfahren unterschiedlicher Größenordnungen und Branchen hat die Kanzlei ihre Erfahrung und Kompetenz erfolgreich unter Beweis gestellt (weitere Informationen unter www.lieser-rechtsanwaelte.de).

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