Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter: Sanitär- und Heizungsgroßhandel - Ludwig Theodor Meyer gerettet - Mitbewerber übernimmt das Traditionsunternehmen

03.06.2014

Insolvenzverwalter gelingt nach Restrukturierung die Sanierung des traditionsreichen Sanitär- und Heizungsgroßhändlers mit Standorten in München und Weilheim. Zum 1. Juni hat die Stuttgarter Heinrich Taxis Gruppe das 1878 gegründete Unternehmen übernommen. Es sollen umfangreiche Investitionen und Umstrukturierungen folgen, die Ludwig Theodor Meyer schnell wieder auf Erfolgskurs bringen sollen. Insolvenz-verwalter Rolf Pohlmann spricht von einer „optimalen Lösung“ für die Gläubiger und die Kunden.

Die Ludwig Theodor Meyer & Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung, seit 1878 Groß-händler für Sanitär- und Heizungsartikel mit Standorten ehemals in München, Weilheim, Landsberg am Lech und Erding hatte Ende letztes Jahres beim Amtsgericht München Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Am 1.3.2014 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Schulden belaufen sich laut gerichtlich eingeholtem Sachverständigengutachten auf über 3,2 Mio. Euro.

Schwierige Ausgangslage zur Rettung des Unternehmens

„Im Sanitär- und Heizungsgroßhandel herrscht seit Jahren ein harter Verdrängungswett-bewerb“, sagt der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter Rolf G. Pohlmann. Mittelstän-dische Großhändler, die oft über eine mehr als 100-jährige erfolgreiche Firmengeschichte

zurückblicken, würden zunehmend von den Großen der Branche verdrängt, die unter Ausnutzung von Synergien vielfach günstiger wirtschaften könnten.“ Dennoch sah der Insolvenzverwalter Sanierungsmöglichkeiten, so dass der Betrieb mit fast 60 Beschäftig-ten seit Insolvenzantragstellung zunächst an allen Standorten fortgeführt wurde. Gleich-zeitig hat das Team um Pohlmann intensiv bundesweit und sogar im benachbarten EU-Ausland nach möglichen Investoren, vornehmlich Mitbewerbern, gesucht. „Wir waren anfangs über die überaus positive Resonanz unserer Investorensuche überrascht“, erin-nert sich Pohlmann. Es hätten deutlich mehr Mitbewerber und auch Finanzinvestoren auf die Anfrage reagiert, als erhofft. Doch konkrete Zusagen blieben aus. „Um Ludwig Theo-dor Mayer nachhaltig zu sanieren und wieder fit für den Wettbewerb zu machen, bedarf es erheblicher Investitionen“, so Pohlmann. Das sei offenbar vielen Interessenten in die-ser Form anfangs nicht bewusst gewesen. „Wir standen kurz vor dem endgültigen Aus“, sagt Corinna Coy, Geschäftsführerin von Ludwig Theodor Meyer. Auch die Mitarbeiter des Unternehmens wurden zunehmend nervös und sahen sich teils intensiv nach ande-ren Arbeitsplätzen um, was die Aufrechterhaltung des Betriebs weiter verkomplizierte. Aber Pohlmann wollte den Betrieb noch nicht einstellen. Angesichts der Ertragskraft des vormals deutlich rentablen Unternehmens glaubte er weiter an eine Sanierungslösung und konnte auch den Großteil der Belegschaft dazu motivieren, dem Betrieb noch treu zu bleiben.

Mitbewerber aus Stuttgart übernimmt die Haupt-Standorte München und Weilheim

Letztlich stieg die Stuttgarter Heinrich Taxis Gruppe in den Investorenprozess mit ein. „Seit März haben wir überaus intensive Gespräche und Verhandlungen mit der Taxis-Gruppe geführt“, sagt Pohlmann. Die Vertreter der Unternehmensgruppe hätten mit gro-ßem Einsatz und Schlagkraft die Standorte von Ludwig Theodor Meyer intensiv unter die Lupe genommen, Investitionsvolumina und Kosten kalkuliert, die Bücher ausgewertet und seien schließlich in konkrete Vertragsverhandlungen eingestiegen.

Diese Vertragsverhandlungen führten vergangene Woche zum Abschluss eines Unter-nehmenskaufvertrags, wonach die großen Ludwig-Theodor-Meyer Standorte in Mün-chen, Ingolstädter Straße 12 und Weilheim, Holzhofstraße 2 erhalten bleiben. Die Über-gabe sei formal am 1. Juni erfolgt, am heutigen Montag hat Ludwig Theodor Meyer erst-mals unter neuer Regie eröffnet. Der Standort Erding war dagegen bereits im März durch den Insolvenzverwalter geschlossen worden, weil er als längst nicht mehr rentabel aus-gemacht worden war. Am Standort Landsberg am Lech bestand für Taxis schon deshalb

kein Interesse, weil Taxis hier selbst mit einem Ladengeschäft vertreten ist. Im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen mussten fünf Arbeitsplätze abgebaut werden; die übrigen Arbeitsplätze bei Ludwig Theodor Meyer konnten gerettet werden. Darüber hinaus sind bereits sogar neue Arbeitsplätze entstanden.

Pohlmann sieht in der Stuttgarter Taxis Gruppe den „idealen Investor“. Das Unternehmen stehe ganz offensichtlich sehr solide im Markt und habe hinreichend finanziellen Spiel-raum, um die notwendigen Investitionen, die u.a. zur Modernisierung von Ludwig Theo-dor Meyer erforderlich seien, zu tätigen. Gleichzeitig habe Taxis aber noch eine Größe, die es ermöglichen würde, dass das Traditionsunternehmen Ludwig Theodor Meyer ei-nen großen Teil seines Images werde bewahren können. Das sei auch für die Kunden und die Kundengewinnung von Vorteil. Neben Beschäftigten und Kunden können sich auch die Gläubiger im Insolvenzverfahren freuen. Deren Befriedigungsaussichten seien durch den Unternehmensverkauf deutlich gestiegen. Näheres hierzu konnte Pohlmann nicht mitteilen; über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden.

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