Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter: Ungewisse Zukunft - VW-Autohaus Morigl hofft auf neue Chance

15.06.2011

Das Autohaus Morigl, seit über fünfzig Jahren als VW- und Audi-Vertragspartner feste Institution im Münchner Westen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Am Dienstag stellte die Autohaus Morigl GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. „Diese Entscheidung erfolgte nach reiflicher Überlegung und sie ist mir nicht leicht gefallen“ betont Geschäftsführer Volkmar Görgen. Das Insolvenzgericht hat den Münchner Rechtsanwalt Rolf G. Pohlmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der schon zahlreiche Insolvenzen im Automobilbereich betreut hat. Er hat zugesagt, den Geschäftsbetrieb bis auf Weiteres vollumfänglich mit dem Ziel einer dauerhaften Sanierung fortzuführen. Gemeinsam mit der Geschäftsführung hat Pohlmann sofort Kontakt zum Volkswagen-Konzern aufgenommen, um eine Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehungen zu erreichen.

„Die Automobilkrise in den vergangenen Jahren, vor allem aber die Einführung der Abwrackprämie im Jahr 2009 hat viele Autohändler sehr schwer getroffen“, sagt Pohlmann. Während die Fahrzeughersteller durch die von der staatlichen Umweltprämie ausgehenden Kaufanreize erheblich gestützt worden seien, sei das Geschäft für die Autohändler in Bezug auf den Gebrauchtwagenhandel existentiell eingebrochen. „Sehr viele Autohäuser, darunter viele Vertragshändler der großen Hersteller, mussten in den vergangenen Jahren Insolvenz anmelden“, erläutert der vorläufige Insolvenzverwalter. „Dass das Autohaus Morigl diese turbulenten Zeiten überstanden hat, verdankt es frühzeitig ergriffenen Kostensenkungsmaßnahmen und vor allem den langjährig gewachsenen – oft persönlichen – Kundenbeziehungen“, erläutert Geschäftsführer Görgen. Dennoch habe die Wirtschafts- und Automobilkrise tiefe Furchen hinterlassen. „Unser operatives Geschäft entwickelt sich spätestens seit Beginn dieses Jahres wieder positiv, die Altlasten aus den vergangenen Jahren und schließlich Probleme mit dem Pachtverhältnis machten jedoch die Insolvenzantragstellung am Dienstagmittag erforderlich“, so Görgen.

Sanierungsvorhaben

Um dieser Situation zu begegnen, hatte Geschäftsführer Görgen schon früh reagiert und bereits vor geraumer Zeit konsequent Kosteneinsparungsmaßnahmen ergriffen. Allerdings genügte das nicht, um eine hinreichende Entlastung zu erreichen und die Automobilkrise unbeschadet zu überstehen. Auch nach den eigentlichen Krisenjahren seien durch das Gebrauchtwagenüberangebot die Restwerte der Leasingfahrzeuge in diesem vor allem für Vertragshändler so wichtigen Marktsegment drastisch gefallen, so dass die Kalkulationen der Händler, die die Fahrzeuge bei Leasingende laut Vertrag übernehmen müssen, nicht mehr aufgingen. „Das ist auch jetzt noch ein großes Problem“, sagt Görgen. Insbesondere die sich durch langfristig geschlossene Verträge ergebende Kostenbelastung war aufgrund dieser Marktsituation zu hoch. Dieser Fixkostenanteil könne jedoch, so Pohlmann, im Rahmen eines Insolvenzverfahrens grundsätzlich rasch und effektiv und ohne Qualitätseinbußen gesenkt werden. Da der Insolvenzantrag rechtzeitig gestellt wurde, weitestgehend noch keine fälligen Verbindlichkeiten aufgelaufen seien, sei auch ein hinreichender zeitlicher Handlungsspielraum vorhanden. Einsparpotentiale müssten etwa bei den Raumkosten gesucht werden, die – bezogen auf die aktuelle Auftragslage – deutlich überdimensioniert seien, so Pohlmann. Nach entsprechender Klärung kämen vorliegend verschiedene Sanierungsformen in Betracht. Denkbar seien sowohl eine Eigensanierung, wie auch eine übertragende Sanierung an einen Investor. In diesem Zusammenhang erwägt Pohlmann auch die kurzfristige Gründung einer Auffanggesellschaft, um rasch wieder mit einem „insolvenzfreien“ Autohaus am Markt agieren zu können.

Geschäftsbetrieb geht weiter

Der Betrieb des VW-Autohauses mitsamt Audi- und Skoda-Werkstatt geht nach einem gemeinsamen Entschluss der Geschäftsführung und des vorläufigen Insolvenzverwalters jedenfalls zunächst vollumfänglich und mit der vorhandenen Mannschaft weiter. „Unsere Kunden können weiterhin auf uns und unsere gewohnt ausgezeichnete Leistungsfähigkeit zählen“, bekräftigt Görgen. Pohlmann bestätigt, dass die Bundesagentur für Arbeit der

Vorfinanzierung des Insolvenzgelds bereits bis Ende August zugestimmt habe, so dass die Gehälter der 56 Beschäftigten bis auf weiteres gesichert seien. „Anlässlich der gestrigen Betriebsversammlung konnte ich mich davon überzeugen, dass die gesamte Belegschaft geschlossen hinter dem Autohaus steht“, sagt Pohlmann. „Die Mitarbeiter haben die Nachricht von der Insolvenz natürlich mit großer Betroffenheit aufgenommen. Es hat mich zugleich sehr gefreut, dass uns alle die Treue halten wollen“, ergänzt Görgen. Um eine weitere Betriebsfortführung zu ermöglichen und die Kapazitäten auszubauen, habe Pohlmann sogar bereits dem Abschluss neuer Arbeitsverträge zugestimmt.

Ungewiss sei derzeit jedoch noch, wie sich letztlich der Volkswagen-Konzern zu der Insolvenz des Autohauses stelle. „Nach den Vertragsregularien darf Volkswagen die Verträge kündigen, was auch standardmäßig bei einem Insolvenzantrag zumeist sofort geschieht“, erläutert Pohlmann. „Noch liegen uns aber keine Kündigungen vor und ich bin angesichts der ersten mit den Verantwortlichen geführten Gespräche optimistisch, dass wir an dieser Stelle eine Lösung erzielen werden“, sagt Pohlmann. In Bezug auf den weiteren Fahrzeugverkauf stehe eine Einigung mit der Volkswagen-Bank unmittelbar bevor. Offenbar hängt die Fortsetzung der Vertragsbeziehungen aber auch von strategischen Entscheidungen seitens Volkswagen ab. Pohlmann hofft, dass Volkswagen in Germering einen Händlerstandort beibehalten will. „Das Autohaus an diesem Standort hat große Bedeutung für die ganze Region“ sagt Görgen. „Selbstverständlich arbeiten wir aber auch an einem Alternativszenario, um gewährleisten zu können, dass Kunden in jedem Fall weiter ihre Fahrzeuge in die Werkstatt bringen können und die gewohnt gute Qualität und Flexibilität erhalten“, erläutert Pohlmann.

Pressefotos: www.pohlmannhofmann.de/html/presse_578q1.html

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Pohlmann Hofmann Insolvenzverwalter sind mit aktuell zwölf Berufsträgern eine der führenden Insolvenzverwalterkanzleien in Bayern. Ihre Partner Rolf G. Pohlmann und Dr. Matthias Hofmann werden aus-

schließlich von Gerichten mit der Insolvenzverwaltung und Insolvenzbegutachtung in Unternehmensinsolvenzverfahren betraut. Schwerpunkte bilden Restrukturierungs- und Sanierungs-maßnahmen in Insolvenzverfahren bei Unternehmen mit laufendem Geschäftsbetrieb, die Abwicklung von Insolvenzverfahren mit komplexen Rechtsproblemen sowie Kriminal- und Konfliktinsolvenzen.

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