Pressmetall-Gruppe: Weiterer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Sanierung

03.03.2020

Amtsgericht Ansbach bestätigt Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für Pressmetallwerk Gunzenhausen, Pressmetallwerk Hoym und Holdingsgesellschaft GDC Group Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten stehen zum Unternehmen und unterstützen die Sanierung Mehrere Investoren signalisieren Interesse

Gunzenhausen/Hoym, 3. März 2020. Die Restrukturierung des Autozulieferers Pressmetall-Gruppe schreitet weiter voran. Das Amtsgericht Ansbach eröffnete zum 1. März das Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für die Pressmetall Gunzenhausen GmbH, die Pressmetall Hoym GmbH sowie die Holdinggesellschaft Pressmetall GDC Group GmbH.

„Das ist ein weiterer wichtiger Schritt auf unserem Weg zu einem modernen und zukunftsfest aufgestellten Unternehmen, auf dem wir uns seit mittlerweile zwei Jahren befinden. Mit der Entscheidung, dass Pressmetall seine Sanierung weiter selbst in Eigenverwaltung vorantreiben kann, bestätigt das Gericht unsere bisherige Arbeit und schenkt uns weiterhin das Vertrauen. Das ist für uns ein tolles Signal und motiviert uns zusätzlich“, sagt Geschäftsführer Lars Szymanski.

Der Geschäftsbetrieb läuft in den beiden Werken in Gunzenhausen (Bayern) und Hoym (Sachsen-Anhalt) ohne Einschränkungen. „Die Mitarbeiter ziehen alle mit“, lobt Szymanski die rund 750-köpfige Belegschaft. „Ihr Einsatz für das Unternehmen verdient allerhöchsten Respekt und trägt wesentlich zu den Sanierungserfolgen bei.“

Schon heute sei das Unternehmen deutlich schlanker aufgestellt und die internen Prozesse effizienter gestaltet. Mit neuen Produkten und auskömmlichen Preisen habe man die Situation der Gruppe deutlich verbessern können. „Das honorieren auch unsere Lieferanten und Kunden, die uns ebenfalls sehr gut in unserem Transformationsprozess unterstützen“, berichtet Szymanski. So habe ein wichtiger Automobilzulieferer noch während des Sanierungsverfahrens einen größeren und lukrativen Auftrag für das kommende Jahr bei Pressmetall platziert.

Auch Sanierungsberater Detlef Specovius von Schultze & Braun ist zuversichtlich, dass die Restrukturierung in wenigen Monaten erfolgreich abgeschlossen werden könnte. „Wir haben schon kurz nach Beginn des Sanierungsverfahrens eine gezielte Suche nach potentiellen Investoren begonnen und darauf sehr erfreuliche Rückmeldungen erhalten. Aktuell haben mehrere Interessenten, sowohl strategische als auch Finanzinvestoren, ihr Interesse bekundet“, berichtet Specovius. Die Gespräche sollen nun intensiv vorangetrieben und möglichst zeitnah abgeschlossen werden.

Für die Gläubiger überwacht Sachwalter Dr. Stefan Debus von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen (Nürnberg) den Sanierungsprozess. Sein Eindruck vom Fortschritt der Sanierung: „Geschäftsführung, Sanierungsberater und Sachwalter arbeiten sehr gut und zielgerichtet bei der Restrukturierung der Gruppe zusammen. Wir sehen hier eine hohe Schlagzahl, mit der das Unternehmen neu ausgerichtet wird, um für die heutigen und künftigen Herausforderungen des Marktes gewappnet zu sein. Ich bin zuversichtlich, dass es mit den ergriffenen Maßnahmen gelingen kann, die Pressmetall-Gruppe als einen etablierten Teil der Automobil-Zuliefererkette dauerhaft zu erhalten. Besonders erfreulich ist, dass wir keine größeren Personalmaßnahmen ergreifen müssen.“

Lediglich einzelne Arbeitsplätze fallen in nächster Zeit in Gunzenhausen weg. „Diese Maßnahme ist unabhängig vom derzeit laufenden Sanierungsverfahren und wurde von mir bereits im Sommer vergangenen Jahres mit der IG Metall einvernehmlich abgestimmt“, betont Pressmetall-Geschäftsführer Lars Szymanski. „Mir ist es wichtig, unseren Arbeitnehmern einen zukunftssicheren Arbeitsplatz bieten zu können. Diesem Ziel sind wir im Laufe der vergangenen Monate ein beträchtliches Stück nähergekommen. Ein weiterer Wegfall von Stellen ist daher nicht geplant.“

Die Pressmetall-Gruppe ist ein führender Hersteller von Aluminium-Druckgusskomponenten in Deutschland. Mit der über fünfzigjährigen Unternehmensgeschichte und dem hohen Anspruch an die Qualität der Produkte und Prozesse hat sie sich über Jahrzehnte hinweg als leistungsstarker Partner der Automobilindustrie etablieren können. Am Standort Gunzenhausen beschäftigt die Gruppe rund 550 Mitarbeiter, in Hoym rund 200.

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