Rettung in allerletzter Sekunde

21.11.2005

Hopfgarten Rechtsanwälte

Für die Mitarbeiter der Eisengießerei GÖRGEN System-Technik GmbH in der Düsseldorfer Str. in Haan war eigentlich am vergangenen Freitag um 13.30 Uhr endgültig Schluss. Das Unternehmen (früher Eisengießerei Wittelsbürger) war binnen 5 Jahren zum zweiten Mal in die Insolvenz gefallen. Zu groß waren die wirtschaftlichen Altlasten, die aus dem ersten Insolvenzereignis von 1999 immer noch mitgeschleppt werden mussten. Jetzt im Sommer 2005 hatten die beiden einzigen ernsthaften Übernahmeinteressenten abgesagt. Insolvenzverwalter und Betriebsrat vereinbarten daraufhin einen Sozialplan, der zum 31.August die Stilllegung des Unternehmens vorsah. „Als ich aus meinem Urlaub zurückkam, sah ich jedoch in die Augen einer Belegschaft, die - unterstützt von der WillekePartner Beratungsgesellschaft aus Bochum - immer noch unglaublich energisch und solidarisch um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfte“, berichtet Insolvenzverwalter Stephan Ries aus der Kanzlei Hopfgarten in Wuppertal. „Niemand verreiste; alle blieben an Deck und zeigten ganz enormen Arbeitseinsatz. So übertraf man sämtliche wirtschaftlichen Vorausplanungen deutlich. Wir konnten die Stilllegung im Interesse der Leute weiter hinausschieben und schließlich auf den 18.11.2005 vertagen.“ Der Inhaberfamilie Görgen ist es kurz vor Toresschluss überraschend gelungen, über eine benachbarte Sparkasse, eng verbundene Großkunden und mittels Bürgschaft eines entfernteren Verwandten ausreichende Kreditmittel zu einem eigenen Neustart locker zu machen. „Obwohl eigentlich schon alles zu spät schien, konnten wir in einem außergewöhnlichen Kraftakt von ursprünglich 22 Beschäftigten zumindest 16 wieder in Arbeit bringen. Erst am späten Abend des allerletzten Tages konnten wir so die maßgeblichen Verträge aushandeln und unterschreiben. Der Betrieb hat in der Produktion spezieller Nischenprodukte (u.a. von Steh- und Flanschlagergehäusen) wegen seiner hohen Fertigungsqualität durchaus eine Überlebenschance“, erläutert Ries. „Ich hoffe, dass die Kunden, denen wir bereits abgesagt haben, nun wieder zurückkommen, und ich freue mich für die Beschäftigten, denen so ein trauriges Weihnachtsfest erspart bleibt. Sie haben sich diesen Erfolg selbst redlich verdient. Wir haben eng und gut zusammengearbeitet.“

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