Roedl & Partner Studie: Energieversorger auf Kooperationskurs / Energiewende erfordert verstärkte Zusammenarbeit

11.04.2013

Köln/Nürnberg, 11.04.2013: Die deutschen Energieversorger wollen zur Bewältigung der Energiewende verstärkt zusammenarbeiten. Zwei Drittel der Stadtwerke und Versorgungsunternehmen im kleinen und mittleren Segment streben Kooperationen an, um im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können. Während knapp die Hälfte der Unternehmen die Rahmenbedingungen der Energiewende skeptisch beurteilen, sehen sie selbst überwiegend Chancen in der aktuellen Entwicklung. Von der engeren Zusammenarbeit versprechen sie sich einen Gewinn an Know-how, geringeren Kostendruck und weniger Personalengpässe. Dies ergibt die „Kooperationsstudie Energie“ der Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner. Für die Studie wurden bundesweit Entscheider kleiner und mittlerer Stadtwerke und Versorger befragt.

„Die Energiewende ist ein radikaler Wendepunkt für die Versorgungswirtschaft in Deutschland. Der Wettbewerb um Kunden wird immer härter. Jetzt ist es Zeit, die Potenziale zu bündeln. Für die Stadtwerke ist eine verstärkte Kooperation der beste Weg. Die Kommunen müssen bereit sein, Einfluss abzugeben, wenn sie langfristig die Eigenständigkeit ihrer Stadtwerke wahren wollen“, erklärt der Geschäftsführende Partner Martin Wambach von Rödl & Partner.

Nach der Studie haben derzeit 62 Prozent der befragten Unternehmen mögliche Kooperationsvorhaben bereits diskutiert oder sogar schon konkret ins Auge gefasst. Die Gründe für eine verstärkte Zusammenarbeit sind dabei vielfältig: Bei den externen Einflussfaktoren sind es vor allem der zunehmende Wettbewerb, regulatorische Risiken und die Notwendigkeit des Aufbaus neuer Geschäftsfelder. Zu den internen Treibern gehören fehlendes Know-how, Kosten- und Erlösdruck sowie Engpässe bei den Personalkapazitäten.

„Die ständigen energiepolitischen Änderungen führen zu einer wachsenden Planungsunsicherheit. Viele Stadtwerke sind diesen Schwankungen alleine schutzlos ausgeliefert. Es kommt jetzt darauf an, das Kirchturmdenken zu überwinden und sich für weitergehende Kooperationen zu öffnen“, betont Partner Anton Berger, Leiter des Energiebereichs von Rödl & Partner.

Allerdings scheint der Veränderungsdruck noch nicht groß genug zu sein, um über eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit hinauszudenken. Nicht-institutionalisierte Kooperationsformen oder die Gründung neuer Gesellschaften werden von den Befragten befürwortet. Weitergehende Zusammenschlüsse wie die Fusion von Stadtwerken, gelten derzeit als nicht vorstellbar.

Die Erfahrungen der Versorger mit Kooperationen sind bislang sehr gut. Drei Viertel der Unternehmen geben an, ihre für die Zusammenarbeit gesteckten Ziele erreicht zu haben. Scheitern Kooperationsprojekte, werden dafür vor allem Bedenken und Vorbehalte aufseiten der Gesellschafter verantwortlich gemacht. So behindern bei kommunal geprägten Versorgungsunternehmen und Stadtwerken vor allem lokalpolitische Aspekte mögliche Kooperationsvorhaben. Meist geht es dabei um den Erhalt der Eigenständigkeit der kommunalen Stadtwerke.

„Der Wandel in der Versorgungswirtschaft erfordert eine stärkere Bereitschaft der interkommunalen Zusammenarbeit“, betont Wambach. „Städte und Gemeinden, die wirksam die Kosten im Bereich der Energieversorgung senken und sich für den Wettbewerb mit den bundesweit agierenden Energiekonzernen rüsten wollen, müssen jenseits kommunalpolitischer Zwänge Strategien ins Auge fassen, bei denen der wirtschaftliche Betrieb und die optimale Versorgung der Bürger mit Energie sichergestellt wird. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass im engen Schulterschluss viel mehr erreicht werden kann. Es darf auch keine Tabus geben, über eine Zusammenlegung von Stadtwerken zu sprechen.“

Die Studie kann bei Rödl & Partner unter www.roedl.de/kooperationsstudie bezogen werden.

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