Rückrufaktionen nehmen dramatisch zu - Freshfields veröffentlicht europaweite Studie

13.03.2008

Freshfields Bruckhaus Deringer

Unter dem Titel "Getting it right - product recall in the EU" hat die internationale Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer eine wegweisende Studie zu Produktrückrufen und Produktsicherheit in der Europäischen Union veröffentlicht.

"Getting it right - product recall in the EU" beleuchtet die Rückrufpraxis von 100 bedeutenden Unternehmen unter anderem aus den Bereichen Lebensmittel, Automotive, Elektronik und Haushaltswaren. Die Studie wurde für Freshfields von der Marktforschungsagentur Ipsos MORI erstellt; Auftraggeber war das internationale Anwaltsteam Consumer Products and Retail (Konsumgüter und Einzelhandel) der Sozietät.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2007 hat die Europäische Kommission 56 Prozent mehr Produktrückrufe als im gleichen Zeitraum des Vorjahres verzeichnet. So sprach die Kommission im vergangenen Jahr von einem "Sommer der Rückrufe".

Die Studie zeigt, dass...

* ... 53 Prozent der untersuchten Unternehmen glauben, dass strengere Regulierung und Durchsetzung von Produktbestimmungen durch die EU-Behörden zu mehr Produktrückrufaktionen und anderen Korrekturmaßnahmen durch die Industrie geführt haben.

* ... die Industrie dennoch bereit ist, diese strengeren Regeln zu akzeptieren: 75 Prozent der Unternehmen meinen, das derzeitige Maß an Sicherheitsregulierungen innerhalb der EU sei "weitgehend angemessen".

* ... sich die Unternehmen der möglichen negativen Auswirkungen von Produktsicherheitsproblemen bewusst sind: 45 Prozent der Unternehmen, die in jüngerer Zeit derartige Probleme zu bewältigen hatten, verzeichneten Rufschäden und verminderte Kundenbindung, ein Drittel berichtet von nachteiligen finanziellen Auswirkungen.

* ... noch Unsicherheit bei Produktrückrufaktionen herrscht: 35 Prozent der Unternehmen räumen Schwierigkeiten bei der Nachverfolgung von betroffenen Produkten ein, und die Hälfte ist unsicher, ob ihre Versicherung die Kosten einer Rückrufaktion abdeckt. 40 Prozent der Unternehmen haben nach eigenen Angaben noch keine guten Kontakte zu den Behörden bei Rückrufaktionen aufgebaut.

* ... die Industrie von den EU-Behörden weitere Verbesserungen bei der Regulierung der Produktsicherheit erwartet. 33 Prozent der Unternehmen wünschen sich klarere Vorgaben zur Umsetzung der gegenwärtigen EU-Produktsicherheitsrichtlinien. Für zwei Drittel der Unternehmen stehen die EU-Regeln nicht ausreichend in Einklang mit den Vorgaben in anderen Märkten.

Die Studie fordert die EU und nationale Behörden daher auf, klarere Leitlinien zur Einhaltung der Produktsicherheitsvorschriften bzw. klarere Vollzugsvorschriften zu erarbeiten.

John Davies, Partner und Leiter der Sektorgruppe Konsumgüter und Handel bei Freshfields Bruckhaus Deringer und Autor der Studie: "Das Produktsicherheitsrecht in der EU hat sich dramatisch verändert. Unternehmen haben große Anstrengungen unternommen, um den neuen Regulierungsmaßgaben gerecht zu werden und um sicher zu stellen, betroffene Produkte schnell aus dem Markt nehmen zu können. Für viele Unternehmen stellen die Anforderungen und das Management von Produktrückrufen aber immer noch eine große Herausforderung dar."

Dr. Thomas Kreifels, Partner und Mitkoordinator der internationalen Fachgruppe Produktrisiken und Produkthaftung bei Freshfields Bruckhaus Deringer: "Nach unseren Beobachtungen zeigen die Unternehmen in Deutschland große Verantwortung bei der Erfüllung und Umsetzung der durch das Produktsicherheitsrecht gesetzten Standards und Anforderungen."

Dr. Henning Moelle, Rechtsanwalt in den Bereichen öffentliches Recht und Produkthaftung bei Freshfields: "Probleme bei der Produktsicherheit machen nicht vor Landesgrenzen halt. Unterschiedliche nationale Rechtsvorschriften und Behördenmaßnahmen erschweren es multinationalen Unternehmen, richtig zu reagieren."

Die EU-Regeln zur Produktsicherheit sind in den letzten fünf Jahren wiederholt verschärft worden. Die Freshfields-Studie "Getting it right - product recall in the EU" zeigt, dass Unternehmen die Erkennung und Behebung von Produktsicherheitsproblemen erkannt haben. Mehr als drei Viertel der Firmen sind überzeugt, auf künftige Rückrufaktionen gut vorbereitet zu sein. Nur wenige Firmen haben weiteren Verbesserungsbedarf etwa in den Bereichen Rückrufmanagement, Zusammenarbeit mit Behörden und Versicherungsschutz.

Als praktische Hilfestellung bietet die Freshfields-Studie:

* einen Muster-Ablaufplan, der die wichtigsten Schritte nach dem Auftauchen eines Produktsicherheitsproblems beschreibt,

* die wichtigsten Maßnahmen für Aktionspläne im Problemfall,

* Hinweise für den Abschluss einer Produktrückrufversicherung.

Hinweis für Redaktionen

Die vollständige Studie "Getting it right - product recall in the EU" können Sie abrufen unter www.freshfields.com/industries/product_recall_in_the_EU/.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Thomas Kreifels, Partner

T +49 211 49 79 146

E thomas.kreifels@freshfields.com

 

Christoph Tillmanns, Presse und Kommunikation

T +49 69 27 30 84 59

E christoph.tillmanns@freshfields.com

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