Sächsischer Textilhändler Sympatico GmbH & Co. KG stellt Insolvenzantrag

23.10.2020

- Dr. Dirk Herzig von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt

- Die Löhne und Gehälter der 30 Mitarbeiter sind bis Ende November über Insolvenzgeld abgesichert

- Es werden Sanierungsansätze für den Unternehmenserhalt geprüft

Lichtenau/Chemnitz: Unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leidet auch der sächsische Textilhänder, die Sympatico GmbH & Co. KG. Der Händler für Strumpfwaren aus Lichtenau stellte am 12.10.2020 beim Amtsgericht Chemnitz einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Das Amtsgericht bestätigte diesen und bestellte Rechtsanwalt Dr. Dirk Herzig von der Kanzlei Schultze & Braun am 14.10.2020 zum vorläufigen Insolvenzverwalter. „Wir verschaffen uns derzeit einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft. Den Geschäftsbetrieb möchten wir stabilisieren und fortführen, dafür prüfen wir derzeit die Optionen“, so Dr. Dirk Herzig. Die 30 Mitarbeiter sind bereits informiert, ihre Löhne und Gehälter sind zunächst bis Ende November über das Insolvenzgeld abgesichert.

Die mittelständische Sympatico GmbH & Co. KG ist ein Groß- und Einzelhändler für Strumpfwaren mit Sitz im sächsischen Lichtenau, einer Region mit jahrzehntelanger Textiltradition. Die Historie des Unternehmens reicht bis 1990 zurück. Verkauft werden neben eigenen Kollektionen auch Strumpfhosen und Strümpfe anderer europäischer Hersteller. Der Händler betreibt dabei sechs eigene Stores. Dr. Dirk Herzig zu den Gründen der Insolvenz: „Durch den Lockdown im Frühjahr dieses Jahres und den damit verbundenen Ladenschließungen waren die Umsatzrückgänge erheblich. Gleichzeitig liefen die Kosten für Miete, Löhne und Versicherungen weiter. Außerdem hatte das Unternehmen durch laufende Lieferverträge umfangreiche Verpflichtungen zur Warenabnahme, konnte die Produkte aber nicht abverkaufen.“ Auch nach Wiedereröffnung der Läden fehlte die bisherige Kundenfrequenz in den Innenstädten und Einkaufscentern, die Umsätze lagen in den letzten Monaten weit hinter dem Vorjahresniveau. „In den Vorjahren realisierte die Sympatico GmbH & Co. KG wichtige Großhandelsaufträge auf Textilmessen im In- und Ausland. Da alle Messen coronabedingt abgesagt wurden, fehlen diese Einnahmen zusätzlich“, so der vorläufige Verwalter.

Ein Rohrbruch im Betrieb verursachte im Juni dieses Jahres einen erheblichen Wasserschaden in den Büros, aber auch am Server, an PCs und der Einrichtung. Wochenlang war nur ein eingeschränkter Geschäftsbetrieb möglich, was die finanzielle Lage verschärfte und in Summe schließlich zur Zahlungsunfähigkeit führte.

In den kommenden Wochen wird der vorläufige Insolvenzverwalter nun alle Möglichkeiten prüfen, um den Betrieb mit seinen Arbeitsplätzen zu erhalten. „Dazu gehört auch der mögliche Einstieg eines potenziellen Investors“, bestätigt Dr. Herzig.

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