Schneider Geiwitz & Partner: Fortbestand von ROX Hamann gesichert - Insolvenzplanverfahren rettet mehr als 30 Arbeitsplätze

23.04.2010

Schneider Geiwitz & Partner

Der Fortbestand der ROX Hamann GmbH mit Sitz in Hofstetten bei Landsberg am Lech konnte durch ein Insolvenzplanverfahren gesichert werden.

Federführend für diese Vorgehensweise, die in Deutschland eher selten ist, war Insolvenzverwalter Christian Plail von der Kanzlei Schneider Geiwitz und Partner aus Augsburg. ROX Hamann stellt Spezialkoffer und -taschen für den gewerblichen Einsatz her.

Augsburg/Landsberg a. Lech, 22 . April 2010. Durch das Insolvenzplanverfahren, dem die Gläubigerversammlung in der vergangenen Woche zustimmte, können gleich zwei positive Effekte erreicht werden. Von den ursprünglich 63 Mitarbeitern des Unternehmens werden immerhin 32 einen dauerhaften Arbeitsplatz behalten. Zudem sieht der Insolvenzplan vor, dass die Gläubiger der Gesellschaft mit einer ungewöhnlich hohen Ausschüttungsquote von fast 53 % auf ihre Insolvenzforderungen rechnen können. „Das Insolvenzplanverfahren war aus unserer Sicht die beste Lösung für einen langfristigen Fortbestand der ROX Hamann GmbH. Andere Alternativen hätten dazu geführt, dass die Gläubiger weniger Geld erhalten und zudem auch der Fortbestand des Betriebes gefährdet gewesen wäre“, so Insolvenzverwalter Christian Plail.

Das Insolvenzplanverfahren ist eine vom Gesetzgeber mit Inkrafttreten der neuen Insolvenzordnung geschaffene Möglichkeit zur Sanierung in der Insolvenz. Im Wesentlichen handelt es sich um einen vom Insolvenzverwalter geleiteten Vergleich, dem die Mehrheit der Gläubiger zustimmen muss. Der Insolvenzplan wird dem Insolvenzgericht vorgelegt und nach Annahme durch die Gläubiger vom Gericht bestätigt. Anschließend wird das Insolvenzverfahren aufgehoben. In der Praxis sind Insolvenzpläne bisher recht selten. Für weniger als 1% aller insolventen Unternehmen wurde bisher ein Insolvenzplan vorgelegt, dabei handelte es sich überwiegend um Sanierungspläne.

Die ROX Hamann GmbH hatte am 28. Januar 2009 einen Insolvenzantrag gestellt. Wesentlicher Grund für die Zahlungsunfähigkeit war die Weltwirtschaftskrise, die einen nicht zu verkraftenden Auftragsrückgang mit sich brachte. Erschwerend hinzu kam die Kündigung eines langfristigen Serienfertigungsauftrages aus der Automobilindustrie. Der ursprünglich avisierte Verkauf des Unternehmens an einen Investor kam nicht zustande, weil eine Einigung über den Kaufpreis nicht erzielt werden konnte. Insolvenzverwalter Plail hatte aber schon zum Beginn des Verfahrens das Ziel vor Augen, den Fortbestand des Unternehmens langfristig zu sichern und damit eine Schließung zu vermeiden.

Aufgrund der erfolgreichen Fortführung des Geschäftsbetriebes während des Insolvenzverfahrens entstand dann schnell die Idee, in Abstimmung mit allen Gläubigern einen Insolvenzplan zur Entschuldung zu erarbeiten. „Es haben alle Beteiligten - von Banken über Mitarbeiter und Lieferanten bis zum Amtsgericht und Insolvenzverwaltung an einem Strang gezogen . Unsere Kunden blieben uns treu und wir sind sehr optimistisch, was die weitere Entwicklung unseres Unternehmens angeht“, erklärte Annette Ollech Geschäftsführerin der ROX Hamann GmbH. "Wir haben einen realistischen Businessplan aufgestellt und gehen von einer nachhaltig positiven Entwicklung der ROX Hamann GmbH aus", so Insolvenzverwalter Plail weiter. Oberstes Ziel war neben einer möglichst hohen Ausschüttungsquote eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebes sowie die Sicherung einer möglichst großen Zahl von Arbeitsplätzen. "Es hat sich gezeigt, dass unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Insolvenzplanverfahren das Optimum erreicht werden kann", resümiert Plail. Bei der ROX Hamann GmbH laufen derweil die Vorbereitungen für eine neue innovative Koffergeneration auf vollen Touren, um auch in der Zukunft beste Marktaussichten zu haben.

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