Schultze & Braun: Bäckerei Entner setzt auf Neuausrichtung – Entlassungen sind nicht geplant

01.04.2015

Wendelstein/Nürnberg. Mit einer Umstrukturierung und Neuausrichtung ihres Filialnetzes treibt die Bäckerei Entner ihren Sanierungskurs weiter voran. Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht vorgesehen. Die Öffnungszeiten einiger Filialen sollen an den tatsächlichen Kundenbedarf angepasst werden, die Standorte werden nach und nach renoviert, das Produktportfolio wird verbessert und kundenorientierter Service wird ganz groß geschrieben. Das sieht das Sanierungskonzept vor, das die Bäckerei in den vergangenen Wochen zusammen mit den Sanierungsexperten Detlef Specovius und Joachim Zobel von Schultze & Braun sowie dem vorläufigen Sachwalter Klaus-Christof Ehrlicher von Linse & Ehrlicher erarbeitet hat.

Zwei der bislang 46 Filialen wurden bereits Mitte März geschlossen, weitere zehn sollen bis Ende Juli folgen. „Das ist allerdings kein Schrumpfkurs, den wir unserer Bäckerei verordnen“, betont Prokurist Georg Entner. „Wir trennen uns lediglich von Standorten, bei denen wir glauben, dass wir sie auch nach unserer Neuausrichtung nicht rentabel betreiben können, zum Beispiel weil die Kundenfrequenz zu niedrig ist.“ Gleichzeitig sucht die Bäckerei nämlich weiter nach attraktiven Standorten, um das Filialnetz kontinuierlich auszubauen. Voraussichtlich Ende Mai eröffnet Entner eine neue Filiale am Plärrer.

Die bestehenden Filialen werden Schritt für Schritt umgebaut. „Wir wollen das Einkaufserlebnis für unsere Kunden in den Vordergrund rücken. Wir wollen ein Ambiente schaffen, in dem unsere Gäste sich wohlfühlen und gerne auf einen Kaffee und ein Stück Gebäck bleiben“, so Entner. Bereits in den Wochen vor dem Sanierungsverfahren hatte Entner kräftig in die Modernisierung einiger Filialen investiert.

Für die rund 270 Mitarbeiter hat der Umbau der Filialstruktur keine gravierenden Auswirkungen. „Unsere Beschäftigten ziehen bei unseren Umbauplänen mit uns an einem Strang und gehen weiter motiviert ihrer Beschäftigung nach“, sagte Entner. „Wir werden zukünftig vermehrt auf Ausbildungsplätze und flexible Arbeitszeiten für alleinerziehende Mütter setzen und die Fachkompetenz des Personals durch Schulungen erhöhen.“ Das Beratungsteam hat ein Konzept entwickelt, das Überstunden für das Personal deutlich reduziert. Durch einen optimierten Personaleinsatz kann Entner gleichzeitig in denjenigen Filialen wieder längere Öffnungszeiten anbieten, die bislang wegen Personalmangels lediglich verkürzt geöffnet hatten.

Auch beim Sortiment wird es eine sichtbare Entwicklung geben. „Die Qualität unserer Produkte hat nach wie vor oberste Priorität. Unter diesem Aspekt werden wir unsere Sortimentserweiterung sowohl im Konditoreibereich als auch im Imbiss- und Snackbereich voranbringen. Auch das Frühstücksangebot wird optimiert. Unsere Kunden sollen das gute Gefühl haben, bei uns attraktive Produkte mit noch besserer Qualität zu moderaten Preisen zu bekommen “, sagt Entner.

Die Gläubiger der Bäckerei stehen dem Sanierungsvorhaben wohlwollend gegenüber. Das Amtsgericht Nürnberg bestätigte daher heute mit der Eröffnung des Verfahrens die Eigenverwaltung und bestellte Klaus-Christof Ehrlicher zum Sachwalter. „Dass wir unsere Sanierung weiter in Eigenregie vorantreiben dürfen, ist ein tolles Signal der Unterstützung des Gerichts wie auch der Gläubiger, das uns den Rücken stärkt und uns weiter positiv auf die kommenden Wochen blicken lässt“, freut sich Entner. Darüber hinaus geht die Sanierung mit einem Generationenwechsel einher. Georg Entner wird sich maßgeblich an der Seite seines Vaters Günter für die bevorstehenden Neuerungen im Unternehmen einsetzen und diese begleiten.

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