Schultze & Braun: Martin Lenzner GmbH strebt nachhaltige Sanierung im Eigenverwaltungsverfahren an

03.07.2019

Geschäftsbetrieb läuft ungeachtet des Sanierungsverfahrens unverändert weiter

Sanierungsgeschäftsführer Boghossian und vorläufiger Sachwalter Liebaug unterstützen die Geschäftsführung bei der Neuorganisation

32 Mitarbeiter über Insolvenzgeld abgesichert

Strategischer Investor gesucht

Überherrn-Altforweiler. Die Martin Lenzner GmbH strebt eine nachhaltige Sanierung in einem Eigenverwaltungsverfahren an. Einen entsprechenden Antrag stellte Geschäftsführer Norbert Lenzner am 27. Juni beim Amtsgericht Saarbrücken. Das Amtsgericht stimmte einer vorläufigen Eigenverwaltung zu und bestellte den erfahrenen Rechtsanwalt Andreas Liebaug zum vorläufigen Sachwalter. Unterstützt wird Geschäftsführer Lenzner außerdem vom eigens in die Geschäftsführung berufenen Sanierungsexperten Jean-Olivier Boghossian von DORNBACH Restrukturierung.

Ungeachtet des Sanierungsverfahrens läuft der Geschäftsbetrieb des Unternehmens, das sich auf Spritzgusswerkzeugbau und -vorrichtungsbau spezialisiert hat, unverändert weiter. Die 32 Mitarbeiter werden zunächst bis einschließlich August über das Insolvenzgeld abgesichert. Über eine geplante sog. Revolvierung soll dies im weiteren Verlauf auch für den September erfolgen.

Die Eigenverwaltung bietet dem Unternehmen Planungssicherheit und berücksichtigt gleichzeitig die Interessen der Gläubiger. Das Unternehmen darf, unterstützt durch Sanierungsexperten und unter Aufsicht eines Sachwalters, die Gesellschaft selbst durch das Verfahren führen. Bei einem Eigenverwaltungsverfahren bleibt die Geschäftsführung des Unternehmens im Amt.

Das operative Geschäftsmodell der Martin Lenzner GmbH ist grundsätzlich intakt. So war das Unternehmen im Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung weder überschuldet noch zahlungsunfähig.

Hintergrund des Sanierungsverfahrens sind zum einen die aktuellen Umwälzungen in der Automobilindustrie, zu deren Zulieferern die Martin Lenzner GmbH zählt. Wegen der Umstellungen auf alternative Antriebslösungen hatten mehrere Autohersteller und Tier-1-Zulieferer ihre ursprünglich geplanten Aufträge deutlich nach hinten verschoben. „Das hat bei uns zu unerwarteten Verlusten geführt und bereits bestehende Sanierungsbemühungen zunächst erschwert. Mit dem Verfahren wird es uns allerdings möglich sein, diese Hürden zu überwinden“, erklärt Geschäftsführer Lenzner.

Hintergrund des eingeleiteten Eigenverwaltungsverfahrens ist zum anderen, in den kommenden Monaten den bereits seit längerem angestrebten Gesellschafterwechsel durch Einstieg eines strategischen Investors in einem für alle Beteiligten rechtssicheren Rahmen mittels Insolvenzplan umzusetzen. Das in dritter Generation geführte Unternehmen verfügt im familiären Umfeld nicht über einen möglichen Nachfolger.

„Das Unternehmen stand zum Zeitpunkt des unerwarteten Auftragseinbruchs in vielversprechenden Verhandlungen mit einem Investor, der bei der Martin Lenzner GmbH einsteigen wollte. Die ungeplanten Verluste haben jedoch dazu geführt, dass die Verhandlungen um eine Übernahme des Unternehmens nicht zu Ende geführt werden konnten. Unser Ziel ist es nun, im Rahmen eines strukturierten Verfahrens durch geeignete interne Maßnahmen das Unternehmen nachhaltig zu reorganisieren und möglichst alle Arbeitsplätze sowie den Standort Überherrn-Altforweiler zu erhalten“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Boghossian. Auch sollen die weiteren nicht-automotiven Geschäftsfelder ausgebaut werden.

„Ich bin zuversichtlich, dass es uns gemeinsam mit Hilfe eines Insolvenzplanes gelingen kann, das Unternehmen gesund aufzustellen und in die Hände eines geeigneten Investors mit einem entsprechenden Zukunftskonzept zu übergeben“, berichtet der vorläufige Sachwalter Andreas Liebaug. „Die besondere Stärke der Martin Lenzner GmbH liegt darin, dass insbesondere die hauseigenen Konstruktions- und Programmierungsleistungen das Unternehmen von vielen anderen Zulieferern unterscheidet und diese Leistungen nicht so einfach ersetzt werden können. Daher ist die Martin Lenzner GmbH ein langfristiger und etablierter Entwicklungspartner für die großen Autohersteller.“

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