Schultze & Braun: Schleifmittelhersteller Lapport insolvent – 105 Mitarbeiter betroffen

03.06.2009

Schultze & Braun

Enkenbach-Alsenborn. Die Lapport Schleifmittel AG musste am 28. Mai 2009 einen

Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Das Amtsgericht Kaiserslautern

hat Rechtsanwalt Jean-Olivier Boghossian zum vorläufigen Insolvenzverwalter

bestellt. Boghossian führt den Geschäftsbetrieb zunächst unverändert fort und prüft

aktuell Möglichkeiten zur Sanierung.

Die Lapport-Gruppe gilt als namhafter Entwickler und Hersteller von hochwertigen

Schleifmitteln. Die Ursprünge der familiengeführten Unternehmensgruppe reichen bis

in das Jahr 1873 zurück. Bereits seit 1909 werden Schleifmittel am heutigen Sitz

produziert. Maßgebliche Kunden sind führende Unternehmen aus der Automobilbranche

sowie aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Die Vermarktung der Produkte

erfolgt zunehmend international. Die Exportquote liegt bei nahezu 40 Prozent. Aufgrund

der Finanzmarktkrise und dies insbesondere bei den Hauptkunden der Lapport-

Gruppe kämpfte das Unternehmen in letzter Zeit mit dramatischen zweistelligen

Umsatzeinbrüchen um den Erhalt seiner 105 Arbeitsplätze.

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat bereits am vergangenen Freitag Gespräche mit

einer Vielzahl von Beteiligten geführt. In einer ersten Stellungnahme berichtet Boghossian

„Zunächst habe ich mich beim Vorstand des größten operativen Unternehmens,

der Lapport Schleifmittel AG, über die aktuelle Situation informiert. Im Anschluss

konnte ich bereits einen ersten Termin mit dem Betriebsratsvorsitzenden,

einem Vertreter der zuständigen IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) des Bezirks

Saarbrücken und dem Bevollmächtigten des Betriebsrates, Rechtsanwalt Hussong,

Pirmasens, wahrnehmen.“ Boghossian betonte hierbei, dass ihm an einer engen Zusammenarbeit

mit den Arbeitnehmervertretern gelegen sei, um den operativen Geschäftsbetrieb

aufrechtzuerhalten und zu stabilisieren. Insoweit sollen auch Kontakte

zu Entscheidungsträgern der Landespolitik bzw. Gesprächspartnern von öffentlichen

Fördereinrichtungen hergestellt werden. Auch mit der Hausbank und der Factoringbank,

über die die Refinanzierung bis zum Insolvenzantrag sichergestellt wurden,

konnten erste telefonische Besprechungen stattfinden. Von dort versicherte man

Boghossian, an einer konstruktiven Lösung der Probleme mitwirken zu wollen.

„Schließlich konnte ich nach Rücksprache mit der zuständigen Agentur für Arbeit

Kaiserslautern die Auszahlung der offenen Mai-Löhne und -Gehälter über das so genannte

Insolvenzgeld noch für diese Woche abstimmen. Die Entgelte der Arbeitnehmer

sind zunächst für längstens drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert,“ erläutert

Boghossian.

Heute fand im Beisein des zuständigen Insolvenzrichters Waltenberger eine erste

Betriebsversammlung statt, in der Boghossian die Mitarbeiter umfassend über die

aktuelle Lage und den weiteren Verfahrensablauf informierte. Im Anschluss wurden

Gespräche mit den Finanzierungsinstituten aufgenommen, um die Liquidität für die

Betriebsfortführung der kommenden Monate sicherzustellen.

„Wir werden zunächst in den kommenden Tagen auf Basis der aktuellen Auftragssituation

eine Planrechnung für die Betriebsfortführung erstellen und darüber hinaus

Kontakt zu potentiellen Investoren aufnehmen. Zeitnah soll auch mit der Restrukturierung

der Lapport-Gruppe begonnen werden, um auf die veränderten Marktgegebenheiten

mit den Möglichkeiten des Insolvenzrechts reagieren und zugleich die Aussichten

einer nachhaltigen Fortführung des Geschäftsbetriebes prüfen zu können“,

erklärt Boghossian die weitere Vorgehensweise.

Mit einer Anregung von Boghossian zur Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens

seitens des Insolvenzgerichtes ist voraussichtlich frühestens Ende

Juli 2009 zu rechnen.

Kontakt:

Pressesprecherin RAin Ronja Sebode, Mail: RSebode@schubra.de, Telefon:

07841/708-0

Pressemitteilung unter: www.schubra.de/de/presse/presseservice/index.php

Die Schultze & Braun Rechtsanwaltsgesellschaft für Insolvenzverwaltung mbH beschäftigt

sich seit über 30 Jahren mit allen Fragen der Insolvenz- und Zwangsverwaltung.

Bundesweit ist Schultze & Braun an 30 Standorten tätig, es werden jährlich

Hunderte von Insolvenzverfahren bearbeitet – von der Privatinsolvenz bis zur internationalen

Großinsolvenz.

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