Schulz Tegtmeyer Sozien: Essens Traditionsverein Tusem zahlt Gläubigern fast 20 % zurück

25.09.2012

Das Insolvenzverfahren des erfolgreichen Ballsportvereins geht einem glücklichen Ende entgegen: Nach fast vierjähriger Sanierung ist der Tusem nicht nur sportlich wieder auf der Höhe.

Essen, den 26.9.2012

Mitten in der Saison vor vier Jahren drohte das Aus: Die desaströse wirtschaftliche Situation zwang den Bundesligisten Insolvenz anzumelden. Der amtlich bestellte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Jens M. Schmittmann erinnert sich noch gut an die verfahrene Situation: „ Wir fanden schon nach der halben Saison einen Fehlbetrag von einer halben Million Euro vor. So konnte es natürlich nicht weitergehen! Die Personalkosten waren entschieden zu hoch.“

Heute überreicht er dem zuständigen Amtsgericht den Schlussbericht samt Schlussrechnung. „Normalerweise bekommen die Gläubiger in vergleichbaren Insolvenzverfahren Insolvenzquoten zwischen 0 und 5 % ausgezahlt. Das besonders gute Ergebnis dieses Verfahrens liegt zum einen an der Zusammenarbeit mit der neuen Geschäftsführung, zum anderen auch in der konsequenten Durchsetzung von insolvenzspezifischen Ansprüchen“, erklärt Schmittmann den außergewöhnlichen Erfolg. „Zudem konnten wir den Spielbetrieb in der damals laufenden Saison aufrechterhalten. Was dazu führte, dass wir am Ende der Saison nach einem harten Sparkurs bereits wieder mehr als 18.000 Euro schwarze Zahlen schreiben konnten.“

Schmittmann freut sich, dass er schon alle Verbindlichkeiten, die während des Verfahrens aufgelaufen sind, insbesondere durch die Fortsetzung des Spielbetriebs, im Vorfeld bezahlen konnte: „Jetzt prüft das Insolvenzgericht im Einzelnen die Arbeit des Insolvenzverwalters. Dann findet eine abschließende Gläubigerversammlung statt, der sogenannte Schlusstermin. Erheben die Gläubiger dann keine Einwendungen gegen die Schlussrechnung, setzt das Gericht mir eine Frist, innerhalb derer die Auszahlungen an die Gläubiger erfolgen.“

Nach dem Zwangsabstieg in die zweite Liga gelang es dem Essener Traditionsverein, an die sportlichen Erfolge früherer Jahre anzuknüpfen und heute wieder in der ersten Bundesliga zu spielen.

Fakten:

27.11.2008: Eröffnung des Insolvenzverfahrens TUSEM HSB GmbH

Vom 1. Juni 2008 bis 27.11.2008 bereits ein Fehlbetrag von über 500.000 €

Grund: Personalaufwendungen zu hoch

Weitreichende Sanierungsmaßnahmen erreichten, dass bereits am Saisonende 2008/2009 ein Überschuss von mehr als 18.000 € erzielt werden konnte.

26.9.2012 Abschluss des Insolvenzverfahrens

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