Siemon Insolvenzverwalter: Geschäftsbetrieb bei den Technischen Glaswerken Ilmenau normalisiert sich – weiterhin starkes Investoreninteresse

04.06.2014

Das AG Erfurt eröffnete am 1.6.2014 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Fa. Technische Glaswerke Ilmenau GmbH. Nach Insolvenzeröffnung führt der Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Klaus Siemon den Geschäftsbetrieb fort. Siemon: „ Wir haben davon abgesehen Mitarbeiter freizustellen. Es wird mit der vollen Belegschaft der 220 Arbeitnehmer weitergearbeitet.“ Die Mitarbeiter erhielten unmittelbar nach Insolvenzeröffnung die Löhne und Gehälter für März und April 2014 mittels einer Insolvenzgeldvorfinanzierung ausbezahlt. Eine Insolvenzgeldvorfinanzierung zu einem früheren Zeitpunkt war an der fehlenden Mitwirkung der Geschäftsführung gescheitert; das Insolvenzverfahren war aufgrund eines Fremdantrages in Gang gekommen. Siemon zum Verfahrensverlauf: „ Der Geschäftsbetrieb normalisiert sich. Nach anfangs prekären Verhältnissen, nach Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung am 9.5.2014, haben wir inzwischen eine ausreichende Finanzierungsbasis und können den Geschäftsbetrieb normal führen.“ Der Insolvenzverwalter verwies darauf, dass neben der Gewährung eines Massekredits durch ein auf die Begleitung von Insolvenzverwaltern spezialisiertes Bankhaus und der Insolvenzgeldvorfinanzierung die Nutzung insolvenzspezifischer Instrumentarien maßgeblich zur Stabilisierung der Finanzierungssituation beigetragen habe. Siemon weiter: „ Wir werden in der Insolvenzsituation die operativen Verluste nicht kurzfristig abstellen können, weil nicht die von uns geprüfte operative Restrukturierung das eigentliche Problem darstellt, sondern die Produktivität infolge mangelnder Neuinvestitionen in der Vergangenheit nicht ausreicht. Gerade hier liegt aber das enorme Potenzial für einen langfristig orientierten Investor.“ Die Technischen Glaswerke Ilmenau haben in vielen Segmenten einen Marktanteil von 10 – 20 % und zwar weltweit. „Diese Kundenbeziehungen und die Marktposition sind von beträchtlichem Wert“, so Siemon und „ wir liegen in der Mitte Europas mit einer ausgezeichneten Infrastruktur und einem technischen Know-­‐How mit der Anbindung an eine Universität, das seinesgleichen sucht. Wir brauchen einen in der Branche erfahrenen Investor, der diese günstige Situation erkennt und einen längerfristigen Horizont hat.“ Der Insolvenzverwalter stellt heraus, dass aufgrund der jetzt erreichten Finanzierungsbasis und des hohen Auftragsbestandes ein hinreichender Zeitkorridor zur Verfügung steht, um die bereits begonnenen Investorengespräche zu einem Abschluss zu führen, wobei dem Insolvenzverwalter in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsminister des Landes Thüringen am 3.6.2014 Unterstützung zugesichert wurde.

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