Wellensiek Rechtsanwälte: Insolvente REMAG AG - Erfolgreicher Verkauf aller operativ tätigen Geschäftsbetriebe

24.04.2018

Die überwiegend in der Stahlbranche tätige REMAG AG aus Mannheim, verkauft aus der Insolvenz in Eigenverwaltung heraus alle bundesweit operativ tätigen Gesellschaften.

Damit konnte der Vorstand der REMAG AG gemeinsam mit der Cornelius Treuhand Holding und der Sozietät Wellensiek 310 der 490 Arbeitsplätze sichern.

Verkäufe waren nur möglich, da der Geschäftsbetrieb seit Insolvenzantrag in allen Gesellschaften erfolgreich fortgeführt werden konnte.

Mannheim, 25. April 2018 Nach dem nun vollzogenen Verkauf der REMAG Stahl Distribution und Service GmbH und dem Standort Soest der REMAG AG an eine Schwestergesellschaft der indischen Steel Mont GmbH, hat die insolvente REMAG Gruppe aus Mannheim die wesentlichen Vermögenswerte von allen operativ tätigen Gesellschaften an neue Investoren verkaufen können. Somit wurden etwa 310 der 490 Arbeitsplätze gesichert.

Die Aufteilung der REMAG ist die beste Lösung für alle Beteiligten. „Voraussetzung für den Erfolg war es, dass es uns gemeinsam mit allen Beteiligten gelang, den Geschäftsbetrieb in den einzelnen Gesellschaften bis zum tatsächlichen Verkauf fortzuführen“, sagt Britta Hübner, Vorstandsvorsitzende der REMAG AG und verantwortlich für die Sanierung.

Die Stahlbranche ist weiter im Umbruch, potenzielle Investoren konzentrieren sich bei Käufen auf ihr Kerngeschäft. „Ein Verkauf der gesamten AG an einen Investor kam nicht in Frage, weil es dafür kein Angebot gab. Die REMAG Gruppe war dafür zu diversifiziert“, erläutert Dr. Florian Dausend, geschäftsführender Gesellschafter der Cornelius Treuhand Holding GmbH & Co. KG, die treuhänderisch die Anteile an den operativen Einheiten der REMAG Gruppe gehalten hat.

Der Vorstand der REMAG AG wurde in der Eigenverwaltung unterstützt von einem Team der auf Sanierungen spezialisierten Sozietät Wellensiek. Die sieben Gruppen-Gesellschaften wurden an drei unterschiedliche Investoren im Zuge einer übertragenden Sanierung verkauft. Alle Käufer sind strategische Investoren und haben sich in einem Investorenprozess gegen verschiedene Mitbewerber durchgesetzt. Über die jeweiligen Kaufpreise haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart.

„Aus Sicht der Gläubiger wie auch Im Interesse der Sicherung von Standorten und Arbeitsplätzen ist die jetzt gefundene Lösung unter den gegebenen Umständen die bestmögliche“, fasst der vom Amtsgericht Mannheim zur Kontrolle der Eigenverwaltung eingesetzte Sachwalter Tobias Hoefer das Ergebnis zusammen.

Die REMAG Gruppe mit Sitz in Mannheim hatte sich auf den Verkauf sowie die An- und Verarbeitung von Stahlprodukten spezialisiert. Im Geschäftsjahr 2016 wurde mit rund 490 Mitarbeitern ein Umsatz in Höhe von 182,6 Millionen Euro erzielt. Die 2014 eingeleitete Neuausrichtung der Gruppe verlief besser als geplant und wurde erfolgreich vorangetrieben. Die für 2018 geplante Refinanzierung wurde jedoch erschwert, nachdem es über die Fortführung der Limite eines Warenkreditversicherers Unklarheiten gab und die Gesamtfinanzierung nicht mehr gesichert war.

Als Konsequenz hatten die REMAG AG und ihre operativen Gesellschaften am 20. Oktober 2017 beim zuständigen Amtsgericht in Mannheim ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Der Eigenverwaltung stellte das Gericht den Sachwalter Tobias Hoefer von der Kanzlei Hoefer Schmidt-Thieme zur Seite. Als M&A-Berater hat den Investorenprozess die ACXIT Recovery Management begleitet, juristisch betreut hat den Verkaufsprozess die Sozietät Ritterhaus. Nach Abschluss der Verkäufe wird der Standort Mannheim der REMAG AG mit noch etwa 20 Beschäftigten in den kommenden Monaten ordnungsgemäß abgewickelt werden.

Verkäufe im Einzelnen

Im Rahmen von Asset Deals wurden übernommen die:

· REMAG Stahl Distribution und Service GmbH Nürnberg sowie der Standort Soest der REMAG AG und insgesamt etwa 20 Beschäftigten von einer Schwestergesellschaft der indischen Steel Mont GmbH.

· HAGMEYER Stahlcenter GmbH (Geislingen, Göppingen), BTM Bewehrungstechnik GmbH (München) und STAHL Ehrenfriedersdorf GmbH & Co. KG (Ehrenfriedersdorf) und insgesamt 200 Beschäftigten von verschiedenen Gesellschaften der Sülzle Stahlpartner Gruppe aus Rosenfeld in Baden-Württemberg.

· PVG Kaltprofile Verarbeitungstechnik GmbH & Co. KG, Anröchte (Beratung Eigenverwaltung durch Stefan Meyer, Pluta Rechtsanwälte) mit etwa 70 Beschäftigten von der Wickeder Profile Walzwerk GmbH.

· Die m+m Gebäudetechnik GmbH & Co. KG, Annaberg mit mehr als 20 Beschäftigten von einer neu gegründeten Tochtergesellschaft des Finanzinvestors ARE Beteiligung GmbH.

Über die Cornelius Treuhand Holding GmbH & Co. KG

Die Cornelius Treuhand Holding (CTHG) mit Sitz in Frankfurt a. M. bietet aktive Sanierungsunterstützung und handelt als zentraler Koordinator im Sanierungsprozess, um einen Interessenausgleich unter allen Beteiligten des Unternehmens herbeizuführen und durchzusetzen. Sie hat einen interdisziplinären Ansatz zur Klärung und Gestaltung von Rechts- und Management-Themen in Krisensituationen.

Über Wellensiek

Wellensiek Rechtsanwälte Partnergesellschaft ist eine auf Unternehmenssanierungen spezialisierte bundesweit tätige Sozietät. Die Experten der Kanzlei besitzen langjährige Erfahrung in der Bewältigung von Krisen national und international tätiger Unternehmen. Die Kernkompetenz liegt in der Insolvenzverwaltung und der Krisenberatung. Weitere Schwerpunkte sind die Beratung der Organe von Gesellschaften und Treuhandlösungen für mittelständische und große Unternehmen. Mehr Informationen: www.wellensiek.com

Über den Sachwalter Tobias Hoefer

Rechtsanwalt Tobias Hoefer ist Gründer der Kanzlei Hoefer Schmidt-Thieme und verfügt über eine besondere Expertise bei der Sanierung von Unternehmen. Hoefer gehört dem „Gravenbrucher Kreis“ an, einem Zusammenschluss von Insolvenzverwaltern und Sanierungsexperten der führenden überregional tätigen Insolvenzkanzleien Deutschlands. Die Kanzlei ist mit neun Standorten bundesweit tätig und auf Sanierungen im Zuge von Insolvenzverfahren sowie Sachwaltungen spezialisiert.

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