Zamek-Anleihegläubiger sollten sich Einfluss auf die Sanierungsgespräche sichern, rät Kapitalmarktanwalt Klaus Nieding

07.03.2014

Frankfurt, 6. März 2014 – Insolvenz in Eigenverwaltung – das ist der Weg, den der Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek gewählt hat. Auf Antrag des Unternehmens hatte das Amtsgericht Düsseldorf mit Beschluss vom 25. Februar 2014 das Insolvenzeröffnungsverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Günther Zamek Produktions- und Handelsgesellschaft mbH & Co. KG angeordnet und laut Presseberichten Rechtsanwalt Christoph Niering als vorläufigen Sachwalter bestellt.

Betroffen von der Insolvenz sind insbesondere die Anleihegläubiger. Zamek hatte im Mai 2012 eine sogenannte Mittelstandsanleihe mit einem Kupon von 7,75% p.a. begeben und diese noch einmal aufgestockt, so dass das der Bond aktuell ein Gesamtvolumen von 45 Millionen Euro hat. „Damit dürften die Anleihebesitzer bei weitem die größte Gläubigergruppe stellen. Sie sollten nun darauf achten, dass sie Einfluss auf die Sanierung nehmen können“, erläutert der Kapitalmarktanwalt und Anleihespezialist Klaus Nieding, Vorstand der Rechtsanwalts-AG Nieding + Barth. „Jetzt ist die Zeit, da sich die Gläubiger für die anstehenden Sanierungs- und Restrukturierungsgespräche positionieren müssen und ihre Möglichkeiten als größte Gläubigergruppe nutzen müssen“, so Nieding.

Nieding vertritt in ähnlichen Insolvenzverfahren wie Solar Millennium oder Windreich bereist die Interessen der Gläubiger als so genannter Gemeinsamer Vertreter. „Die Möglichkeit der Einflussnahme der Anleger auf das Insolvenzverfahren durch den Gemeinsamen Vertreter wird oftmals von den Anlegern unterschätzt“, weiß er und rät daher Anleihebesitzern, ihre Interessen zu bündeln oder vertreten zu lassen.

Das Gesetz sieht diese Möglichkeit explizit vor. „Umso wichtiger ist es für die geschädigten Anleger, die Ihnen durch das Gesetz eingeräumte Möglichkeit zu nutzen und einen Gemeinsamen Vertreter zu bestellen, der stellvertretend für die Anleihegläubiger tätig wird und – was viele Anleihegläubiger nicht wissen –für die Anleihegläubiger persönlich keine unmittelbaren Kosten auslöst, da er von der Gesellschaft bzw. aus der Insolvenzmasse bezahlt wird“, sagt Niedings Kollege Marvin Müller-Blom.

Die Zamek-Gruppe ist ein international tätiges, führendes deutsches Familienunternehmen der Lebensmittelbranche und entwickelt, produziert und vermarktet Brühen, Suppen, Soßen, Würze und Fertiggerichte. Mit Hilfe der Insolvenz in Eigenverwaltung will sich Zamek Zeit für die Sanierung verschaffen und sich vor den Gläubigern schützen, um sich letztlich sanieren zu können. Voraussichtlich ist daher nicht mit der fälligen Zinszahlung für die Anleihe im Mai 2014 zu rechnen. Der Börsenkurs ist in den vergangenen Tagen um mehr als 50 Prozent auf nur 13 Punkte gefallen.

Rechtsanwalt Nieding vertritt die Interessen von Anleihegläubigern in Fällen in einem Gesamtvolumen von über 500 Millionen Euro. So bekleidet Nieding in prominenten Insolvenzfällen wie der Solar Millennium AG mit einem Volumen von 170 Millionen Euro, der Gold-Zack AG und Gontard&Metall Bank AG mit einem Volumen von 160 Millionen Euro, der WGF Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG mit einem Volumen von 50 Millionen Euro und der Windreich GmbH mit einem Volumen von 52,6 Millionen Euro das Amt des

Gemeinsamen Vertreters von Anleiheinhabern und hat die Interessen geschädigter Anleger erfolgreich gebündelt und vertritt diese auch weiterhin. Zudem vertritt Rechtsanwalt Nieding die Interessen der Anleihegläubiger auch im Gläubigerausschuss bei der Solar Millennium AG und der Windreich GmbH. Im Insolvenzverfahren Gontard&Metall Bank AG wurden bislang rund 60 Prozent der Forderungen an die Gläubiger ausgeschüttet, bei der Gold-Zack AG (in einem zunächst masselosen Verfahren!) rund 10 Prozent. Bei dem Debt-to-Equity-Swap der Augusta Technologie AG im Volumen von 100 Millionen Euro war Rechtsanwalt Nieding für die Anleihegläubiger im Rahmen der Sanierung ebenfalls erfolgreich tätig. Im aktuellen Insolvenzfall der PROKON Regenerative Energien GmbH mit 75.000 betroffenen Genussrechtsinhabern und 1,4 Milliarden EUR Gesamtanlagesumme vertritt Rechtsanwalt Nieding ebenfalls die Interessen der geschädigten Genussrechtsinhaber als Mitglied des Gläubigerausschusses.

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