Private Equity in der Wirtschaftsprüfung: Mittelstand setzt auf partnergeführte Strukturen
Umfrage zeigt klare Präferenz für Unabhängigkeit, persönliche Verantwortung und Mandantennähe
Bonn, 28. April 2026 - Beteiligungen von Private-Equity-Investoren an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft dhpg unter Führungskräften in deutschen Unternehmen (ab 250 Mitarbeitern) in Zusammenarbeit mit YouGov, dass viele Befragte diesem Trend nicht durchgängig Aufmerksamkeit schenken – aber partnergeführten Gesellschaften deutlich mehr Vertrauen entgegenbringen.
So geben 42 Prozent der Befragten an, davon gehört zu haben, dass sich Private-Equity-Investoren an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beteiligen.
Auf die Frage, welche Eigenschaften die Befragten besonders stark mit partnergeführten beziehungsweise mit Private-Equity-beteiligten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften verbinden, zeigt sich ein klares Bild zugunsten partnergeführter Modelle. Langfristige Stabilität (62% zu 54%), persönliche Verantwortung (61% zu 52%), Nähe zum Mandanten (64% zu 53%), objektive Beratung (57% zu 52%) und professionelles Management (68% zu 60%) werden deutlich häufiger partnergeführten Gesellschaften zugeschrieben als solchen mit Private-Equity-Beteiligung. Auch bei der finanziellen Stabilität liegen partnergeführte Gesellschaften aus Sicht der Befragten vorne (64% zu 61%). Private-Equity-beteiligte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften werden hingegen häufiger mit Innovations- und Wandlungsfähigkeit in Verbindung gebracht (61% zu 57%).
Diese Zuschreibungen ändern jedoch nichts daran, dass für viele Befragte die Unabhängigkeit der Beratung ein zentrales Kriterium bleibt. So ist es für 86 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig, dass Wirtschaftsprüfungsgesellschaften unabhängig von externen Investoren sind. Zwar glauben 54 Prozent, dass Private-Equity-Investoren grundsätzlich die Interessen mittelständischer Unternehmen verstehen, beim Vertrauen in die Beratungsleistung zeigt sich jedoch eine klare Präferenz: 40 Prozent der Befragten vertrauen stärker auf partnergeführte Gesellschaften, während lediglich 12 Prozent mehr Vertrauen in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit Private-Equity-Beteiligung setzen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Führungskräfte in Unternehmen (ab 250 Mitarbeitern) vor allem Verlässlichkeit, persönliche Verantwortung und Unabhängigkeit schätzen“, sagt Prof. Dr. Andreas Blum, Managing Partner der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft dhpg. „Partnergeführte Gesellschaften stehen mit ihrem eigenen Namen für die Qualität ihrer Arbeit und treffen Entscheidungen ohne Einfluss externer Kapitalgeber. Dieses Modell passt aus unserer Sicht besonders gut zu den Erwartungen mittelständischer Unternehmen.“
Gerade in einem Umfeld steigender regulatorischer Anforderungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten gewinnen langfristige Mandantenbeziehungen und objektive Beratung an Bedeutung. Die Umfrage macht deutlich, dass partnergeführte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hier weiterhin als bevorzugter Ansprechpartner wahrgenommen werden.
Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 26.11. bis 03.12.2025 insgesamt 359 Personen (C-Level & MM) in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern befragt. Die Erhebung wurde nach Alter und Geschlecht (für C-Level & MM) quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet.

